Steuern auf Fettes und Süßes

10. November 2008, 11:03
23 Postings

Drastische Strategien gegen die Volksseuche Diabetes stellt Buchautor Hans Lauber auf

Der deutsche Journalist und Buchautor Hans Lauber, selbst Typ-2-Diabetiker, hat das Jammern über steigende Diabetiker-Zahlen satt und stellt Gegenstrategien zur Eindämmung der Volksseuche vor.

Würde sich die Politik dazu entschließen, ließe sich bis zum Jahr 2037 ein Großteil der Diabetes-Typ-2-Fälle verhindern. Einziges Problem: Die Maßnahmen sind äußerst unpopulär. Zum Beispiel: Eigenverantwortung übernehmen. Wer übergewichtig ist, weil er sich nicht gesund ernährt und bewegt, zahlt bis zum Zehnfachen des regulären Kassenbeitrags. Ärzte werden nur honoriert, wenn sie Gesunde gesünder machen, und Zuckermessgeräte sind in jede Uhr integriert.

In Bewegung

Ebenso effizient wäre, wenn ungesunde und fette Nahrungsmittel höher besteuert würden, damit ließe sich die Fastfood-Industrie lahmlegen. Mit einer durchaus üppigen "Bewegungssteuer" auf Autos ließe sich ein riesiges Netz von Fahrradstraßen und öffentlichen Verkehrsmitteln auch am Land finanzieren.

Überaus effizient, meint Lauber, wäre auch, in den Schulen eigene Landwirtschaften mit Ackerbau und Viehzucht zu installieren. Neben Sport werden Ernährungslehre und Kochen zu Unterrichtsfächern.

Schlussendlich wäre auch das Leben in Großfamilien eine Strategie gegen Übergewicht, die sich fördern lassen sollte. Denn in großen Familienverbänden wird - das ist Fakt - fast immer selbst gekocht und zu festen Zeiten zusammen gegessen. Wegen mangelnden Interesses würden Kochsendungen im Fernsehen damit längst eingestellt werden. (hopf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10. 11.2008)

Buchtipps:

Hans Lauber: "Schlemmen wie Diabetiker und Fit wie Diabetiker" (Verlag Kirchheim).
Peter Hopfinger: "Das große Diabetes-Handbuch" (Ueberreuter).

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Böse Burger haben schuld an Diabetes.

Share if you care.