General-Motors-Aktie stürzt auf 62-Jahres-Tief

10. November 2008, 20:45
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Deutsche Bank: Kursziel "Null" - Der Opel-Mutterkonzern General Motors hat seinen Managern in Europa einen deutlichen Sparkurs auferlegt und in diesem Jahr mit Belastungen von rund 1,6 Milliarden Dollar zu kämpfen

Detroit - Zweifel der Anleger an den Zukunftsaussichten des größten US-Autobauers General Motors haben am Montag dessen Aktie auf den tiefsten Stand seit 62 Jahren gedrückt. Das Papier büßte zeitweise rund ein Viertel seines Wertes ein und war bereits für gut drei Dollar zu haben - vor einem Jahr kostete die Aktie noch zehn mal so viel. Zuletzt war das Papiere 1946 so billig. Die Deutsche Bank nannte gar ein Kursziel von Null Dollar, weil dem Konzern möglicherweise bereits zum Jahresende das Geld ausgehen könnte.

Barclays nannte ein Kursziel von ein Dollar. Viele Institute erklärten, dass eine Geldspritze der Regierung zwar eine Pleite unwahrscheinlicher machen würde. Die Regierungshilfen könnte die jetzigen Aktionäre jedoch teuer zu stehen kommen, hieß es.

GM selbst hatte sich am Freitag bei Vorlage seiner Quartalszahlen düster geäußert. Der Opel-Mutter und weltweiten Nummer zwei der Autobranche werde im ersten Halbjahr 2009 das Geld ausgehen, falls es nicht zu weiteren Hilfen oder drastischen Schritten komme, hatte es geheißen. Noch nie dagewesene Turbulenzen in der Wirtschaft und am Kreditmarkt hätten GM und die Branche dramatisch beeinflusst. Die Lage sei so schlimm wie seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren nicht mehr.

Sparkurs

Hamburg - Der Opel-Mutterkonzern General Motors hat seinen Managern in Europa einen deutlichen Sparkurs auferlegt. Der angeschlagene US-Autobauer verlange, dass GM Europa nächstes Jahr 750 Mio. Dollar (588 Mio. Euro) einspare, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe).

Ein GM-Sprecher sagte der Zeitung zufolge, von diesem Gesamtsparpaket seien geplante Investitionen in neue Modelle nicht betroffen. "Es steht auch nicht zur Debatte, hier ein Programm zum Arbeitsplatzabbau zu starten." Er kündigte ein Treffen zwischen Management und Vertretern der Arbeitnehmerseite zu Verhandlungen an.

In diesem Jahr habe GM Europa mit Belastungen von rund 1,6 Mrd. Dollar zu kämpfen, sagte Opel-Betriebsratschef Franz der Zeitung zufolge weiter. Allein durch das starke britische Pfund seien beim Autoverkauf in Großbritannien Währungsnachteile von einer Milliarde Dollar entstanden. Weitere 650 Mio. Dollar kämen durch die gestiegenen Rohstoffpreise hinzu.

Es werde darüber gesprochen, wo eingespart werden könne "und was die Belegschaften bereit sind in die Waagschale zu werfen", sagte Franz. Im Gegenzug müsse es Produktionszusagen für europäische Werke geben. Zugleich kritisierte er, dass GM durch globale Verrechnung Verluste aus den USA nach Europa abschiebe. "Wir werden keinerlei Kompensation von Verlusten verhandeln, die nicht hier entstanden sind", sagte er. "Wir werden keinen Cent generieren, damit GM weiterhin Cash verbrennt." (APA)

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