Ehrenberger plaudert weiter

9. November 2008, 19:28
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ÖFB-Interimschef kritisiert Karel Brückner, als mög­licher Nachfolger rutschte ihm der Name Constantini heraus - Ludwig könnte neuer Präsident werden

Wien - Der Interimspräsident des ÖFB, Kurt Ehrenberger, redet munter weiter. Am Sonntag bekräftigte er in der "Premiere"-Sendung "Talk und Tore" seine kritische Einstellung gegenüber Teamchef Karel Brückner. Er wolle so schnell wie möglich den Vertrag des Tschechen sehen und mit ihm persönlich sprechen, "um ihm meine Meinung zu sagen, was mir gefällt und was mir nicht gefällt".

Der 75-Jährige schloss auch nicht aus, dass Brückner schon nach dem Türkei-Länderspiel am 19. November entlassen werden könnte, sollte das Resultat nicht stimmen. Damit aber nicht genug, Ehrenberger brachte Dietmar Constantini als möglichen Nachfolger ins Spiel: "Ich kenne und schätze ihn. Er hat seine Arbeit immer gut gemacht."

Kein Konzept

Im Laufe der teilweise emotionalen Diskussion, in der sich Ehrenberger massiver Kritik von STANDARD-Autor Johann Skocek ausgesetzt sah, nahm der Interimsboss diese Aussage teilweise zurück und meinte, der Name sei ihm "halt rausgerutscht, ich hätte auch irgendeinen anderen Namen sagen können".

Konzept für seine begrenzte Zeit an der ÖFB-Spitze habe er noch keines, "sonst wäre ich ja ein Wunderknabe." Außerdem verriet Ehrenberger, dass er in der Präsidiumssitzung unmittelbar nach dem Rücktritt von Friedrich Stickler Generalsekretär Alfred Ludwig als geschäftsführenden Präsidenten vorgeschlagen habe, "um einmal zu schauen, wie die Reaktionen sind".

Im Gegensatz zu Ehrenberger ließ Bundesliga-Präsident und ÖFB-Vize Martin Pucher deutliche Unterstützung für Brückner erkennen. "Wir haben einen Teamchef, und ich bin nicht bereit, über ein Ablaufdatum zu diskutieren. Aber man muss die Situation laufend bewerten", erklärte Pucher und ergänzte: "Ich bin keiner, der alle zwei Monate den Trainer auswechselt."

Favorit Ludwig

Die Entscheidung, ob der Fußballbund künftig von einem hauptamtlichen Präsidenten geführt werden soll, ist noch offen. Sollte ein bezahlter Chef kommen, "dann ist Ludwig ein ernsthafter Kandidat", sagte Pucher.

Ehrenberger ist übrigens nicht zu seinem Job gekommen, weil er so toll und zukunftsorientiert ist, sondern weil er der dienstälteste Funktionär ist. Im Präsidium wird nun diskutiert, der Wahlausschuss tagt noch im November. Der neue Präsident soll spätestens Anfang Jänner feststehen und am 18. Jänner oder am 1. Februar gewählt werden.

Die Landespräsidenten tendieren mehrheitlich zu einer hauptberuflichen Lösung. Leo Windtner (Oberösterreich) und Johann Gartner (Niederösterreich) tendieren angeblich zum Ehrenamt, ihnen schwebt ein Mann wie Karlheinz Kopf (ÖVP) vor. Der hat aber bereits abgelehnt. Kopf strebt eine politische Karriere an, er dürfte in der neuen Regierung ein Amt bekleiden. Die besten Chancen hat wohl Ludwig. Er könnte vom bezahlten ÖFB-Generalsekretär zum wohl besser bezahlten Präsidenten aufsteigen. (red/hac/APA)

 

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    Constantini? "Ich hätte auch irgendeinen anderen Namen sagen können."

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