Post und Telekom erhöhen Druck in Sachen Beamte

9. November 2008, 18:36
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"Parkplatz" für ausgelagerte Staatsdiener eilig gesucht - Mit Infografik

Wien - Dass der Tag X kommen wird, an dem bei den mitsamt tausenden Beamten aus dem Budget ausgelagerten Staatsmonopolisten wie Post und Telekom Austria nichts mehr geht und Staatshilfe notwendig sein wird, ist seit Jahren absehbar. Besonders offensichtlich ist es beim Festnetz der Telekom Austria (TA-TA AG). Dort wurde der Personalstand seit dem Börsengang im November 2000 zwar von knapp 15.000 auf aktuell 9500 reduziert (siehe Grafik), technischer Fortschritt (Voice over IP, Glasfaser-Technologie), Kundenschwund (220.000 im Jahr 2007) und sinkende Erträge machen weitere tausende Mitarbeiter überflüssig und Personalabbau notwendig.

Das Problem: Die Festnetz-Mannschaft besteht zu mehr als der Hälfte aus Beamten und nahezu unkündbaren Vertragsbediensteten, die beim Börsengang vor acht Jahren mit langen Kündigungsfristen und ein paar "Goodies" ruhiggestellt wurden. Seit 2004 diverse Frühpensionierungsaktionen ("Lehrer-Modell") ausgelaufen sind, erlahmte in TA und Post auch der Stellenabbau, in Personalentwicklung oder Umschulung wurde kaum investiert. Zur Verlängerung anstehende Vorstandsverträge ließen den Eifer betreffend Zukunftsstrategie und Personalabbau erlahmen.

Die Zeit drängt


Nun pressiert es, die Börsenkurse fallen, die Konjunktur erlahmt und die Aktionäre wollen Taten sehen. Pläne, eine staatliche Beamtenagentur einzurichten, schlugen fehl. Der nun kritisierte Stellenabbau (heuer 500, bis 2011 weitere 3000) im TA-Festnetz aber nicht: Das von Unternehmensberater McKinsey erarbeitete Sparprogramm wurde bereits im Sommer präsentiert und parallel dazu ein Sozialplan ausgearbeitet. Binnen zwei Jahren sollen rund 150 Millionen Euro eingespart werden, davon 60 Prozent beim Personal.

Überschaubaren Zuspruch erfährt laut Insidern der Post-Sozialplan mit 36 Monatsgehältern für unter 50-Jährige und 45 Monatsgagen für über 50-Jährige. Die Betroffenen sind zu jung für die Pension und bräuchten einen neuen Job, den das Arbeitsamt vielfach nicht bieten kann. (ung/DER STANDARD, Printausgabe, 10.11.2008)

 

 

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