US-Wirtschaft überraschend stark gewachsen

28. Februar 2003, 15:57
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Viertes Quartal brachte 1,4 Prozent Zuwachs - Prognosen für 2002 bestätigt

Washington - Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2002 mit einer hochgerechneten Jahresrate von 1,4 Prozent gewachsen. Das ist doppelt so hoch wie noch vor einem Monat geschätzt. Das teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit.

Das Wachstum im Schlussquartal übertraf letztlich auch die jüngsten Prognosen: Beobachter hatten zuletzt ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1 Prozent erwartet.

Im Vergleich zu 2001 legte das BIP, die Summe aller Waren und Dienstleistungen, real um 2,4 Prozent zu. Konsumausgaben deutlich gestiegen

Im Gesamtjahr 2002 expandierte die Wirtschaftsleistung der USA im Durchschnitt um bestätigt 2,4 Prozent, nachdem sie im Rezessionsjahr 2001 lediglich um 0,3 Prozent gewachsen war. Die deutliche Aufwärtsrevision für das vierte Quartal begündete das Handelsministerium mit den unerwartet deutlich gewachsenen Konsumausgaben und einem stärkeren Aufbau an Lagerbeständen.

Damit sei auch der negative Einfluss der Nettoimporte überkompensiert worden. Die Lagerbestände stiegen im Viertquartal um 24,7 Mrd. Dollar (22,9 Mrd. Euro), nach einem zunächst gemeldeten Wert von lediglich 3,3 Mrd. Dollar.

Die Ausgaben der Verbraucher erhöhten sich um 1,5 Prozent, während in der ersten Schätzung ein Plus von glatt einem Prozent angegeben worden war. Dabei seien nunmehr besonders die Ausgaben für Verbrauchsgüter und Dienstleistungen höher angesetzt worden.

Dagegen gingen die Ausgaben für langlebige Güter, die auch den Automobilsektor umfassen, im vierten Quartal um 8,5 Prozent zurück, womit der höchste Abschlag seit der Wirtschaftsflaute 1991 verzeichnet wurde.

Erfreuliche Zahlen präsentierte das Ministerium am Freitag zu den Unternehmensinvestitionen, die erstmals seit acht Quartalen mit plus 2,5 Prozent wieder einen Anstieg verbuchten.

Robuster Anstieg

Bei den Unternehmensinvestitionen ergab sich im vierten Quartal 2002 vor allem bei Computern und Ausrüstungen mit 6,6 Prozent ein robuster Anstieg, nach einer Erhöhung von 6,7 Prozent im dritten Quartal. Die Exporte sanken im Berichtszeitraum um 4,4 Prozent, während die Importe um 7,2 Prozent anzogen.

Die öffentlichen Ausgaben wuchsen um revidiert 4,9 Prozent, was unter anderem auf einen hohen Zuwachs bei den Verteidigungsausgaben zurück zu führen ist, die um 11,4 Prozent kletterten. Im dritten Quartal hatten die Ausgaben der öffentlichen Hand um 2,9 Prozent zugelegt. (APA/dpa)

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