"medien.welten"

17. März 2003, 15:55
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Neue Dauerausstellung im Technischen Museum Wien zeigt Geschichte der Medien

Wien - Die Geschichte der Medien vom Morsealphabet bis zum Cyberspace zeigt die neue Dauerausstellung "medien.welten" des Technischen Museums Wien. Seit 8. März werden den Besuchern auf 2.500 Quadratmetern mit 700 Exponaten und zahlreichen interaktiven Terminals Medientechnologie, Kommunikationsvernetzung und deren gesellschaftspolitische Aspekte näher gebracht. Die Ausstellungsarchitektur und -konzeption sind auf einen Überblick ausgerichtet, statt mit Details in die Tiefe zu gehen.

"Wir wollen das überwiegend junge Publikum emotional für Wissen öffnen", so Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums. Gemeinsam mit einer Computerfirma hat man dafür ein innovatives Ausstellungssystem entwickelt, das wirkliche Interaktivität ermöglicht und die räumliche und zeitliche Begrenzung des Museumsbesuchs sprengt. Mit einer "smart.card" (2 Euro) können im Museum Informationen gesammelt und via Internet auch außerhalb der Ausstellung abgerufen werden. Man kann sogar als Nachrichtensprecher eine Sendung im nachgebauten ORF-Studio aufzeichnen und als Video-File "mitnehmen".

Speichern und Vermitteln

Projektleiter Otmar Moritsch hat für seinen Überblick zwei Zugänge gewählt: Speichern und Vermitteln. Der Galerieraum mit seiner imposanten Kuppel ist nur spärlich bestückt. Auf einem breiten Band, das den Raum umfasst, finden sich erste Informationen. Durchblicke laden in die umlaufenden Säle mit den Exponaten ein. Auf der einen Seite werden Kommunikationsmedien mit Postkutsche, Telegrafen, Morse-Stationen zum Ausprobieren bis hin zu historischen Exponaten aus Telefonie, Rundfunk und Fernsehen präsentiert.

Auf der anderen Seite werden die Speichermedien gezeigt. Wieder findet man eine Fülle von Exponaten: Eine Lutherbibel von 1676, Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert, mechanische Rechenmaschinen, Schreibmaschinen und Lochkarten aus vergangenem Büroalltag und eine Vielzahl von Film- und Fotokameras. Eine Wochenschau aus dem Dritten Reich deutet auf Schattenseiten der Medien hin: den Missbrauch ihrer Massenwirkung.

Schritt in die Gegenwart

Können die historischen Objekte Geschichte greifbar machen, muss der Schritt in die Gegenwart mit anderen Mitteln aufwarten. Drucker, MP3-Player und CD-Brenner im Museum wirken wie eine etwas veraltete Schaufensterauslage. Hier springen ca. 30 Computerterminals ein, an denen der Besucher in moderne Medienwelten eintauchen kann. Trotzdem steht das Zeitgenössische im Museum im Hintergrund. "Die Innovation liegt nicht in den neuesten Exponaten, sondern in der Balance und Integration", so Moritsch. Die Finanzierung der insgesamt 7 Millionen Euro teuren Ausstellung soll zur Hälfte von privaten Sponsoren aufgebracht werden, 35 Prozent habe man bereits zusammen. (APA)

"medien.welten"

Seit 8. März im Technischen Museum Wien, 14., Mariahilfer Str. 212

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    Aus der Urzeit des Fernsehens ...

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