Arabische Staaten klagen über Irans Vormachtsbestrebungen

11. November 2008, 08:17
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Jordanischer Außenminister soll Einfluss des Irans in Syrien, Irak und Libanon sowie auf die Hamas erwähnt haben

Scharm el-Scheich - Arabische Außenminister haben in einem Gespräch mit Vertretern der Europäischen Union (EU) und der USA ihre Sorge über Vormachtsbestrebungen des Irans geäußert. Ein Beobachter des Treffens am Sonntag im ägyptischen Scharm el-Scheich sagte, die arabischen Länder hätten sich besorgt gezeigt, dass die Konzentration des Westens auf das iranische Atomprogramm das Streben der islamischen Republik nach mehr Einfluss in der Region in den Hintergrund treten lasse.

Bei dem Treffen kamen am Sonntag die Außenminister von Jordanien, Marokko, Ägypten, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit ihren Kollegen aus den USA und Frankreich zusammen. Zudem war der EU-Außenbeauftragte Javier Solana bei den Gesprächen im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich anwesend. Die Verhandlungen mit dem Iran über das Atomprogramm befänden sich in einer Sackgasse, sagte Solana. Er hoffe aber auf eine neue Gesprächsrunde.

Der Beobachter, der nicht genannt werden wollte, zitierte den jordanischen Außenminister mit den Worten: "Das Atomprogramm ist zur Krise geworden, aber für uns ist das iranische Hegemonialstreben eine endlose Krise." Der Minister habe dabei den Einfluss des Irans in Syrien, im Irak und Libanon, sowie auf die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen genannt.

Solana und der französische Außenminister Bernard Kouchner hätten dem Beobachter zufolge überrascht gewirkt von der Offenheit und Vehemenz der Bekundungen der arabischen Staaten. Ein Vertreter der US-Delegation sagte, Rice habe die Sorgen der arabischen Länder geteilt: Der Westen, insbesondere die Europäer, hätten die Ängste vor den iranischen Ambitionen in der Region nicht vollständig verstanden. Das Treffen in Scharm el-Scheich war auf Bitten der arabischen Minister zustande gekommen.

Rice, Solana und Kouchner waren nach Ägypten gereist, um ein Treffen des Nahost-Quartetts abzuhalten. Zu dem Quartet zählen neben der EU und der USA auch die Vereinten Nationen sowie Russland. Der russische Außenminister Sergej Lawrow befand sich dazu ebenfalls in dem Badeort am Roten Meer, nahm jedoch nicht an den Gesprächen zum Iran teil. (Reuters)

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