Belegschaft vor Kahlschlag

9. November 2008, 13:39
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Von den derzeit rund 17.000 Beschäftigen sollen 2.500 "passiviert", also mit fast vollen Bezügen nach Hause geschickt werden

Wien- Am Montag steht bei der teilstaatlichen Telekom Austria ein unangenehmer Aufsichtsrat an. Auf der Tagesordnung steht ein Kahlschlag bei der Belegschaft. Von den rund 17.000 Beschäftigen sollen 2.500 "passiviert" werden - sprich bei nahezu vollen Bezügen zu Hause sitzen. Offen ist hingegen, ob die Telekom künftig einen Partner bekommt oder nicht. Derweil blühen die Spekulationen.

Zuletzt wurde die ägyptische Orascom als Teilhaber der Telekom gehandelt, doch die Ägypter haben mittlerweile schon abgewunken. Immer wieder ins Gespräch gebracht wird die Deutsche Telekom oder der britische Handykonzern Vodafone, mit dem die Telekom-Tochter Mobilkom eine Kooperation hat. Die Deutsche Telekom ist allerdings schon hierzulande mit T-Mobile und T-Systems vertreten, wettbewerbsrechtliche Bedenken liegen also auf der Hand.

Privatisierungsauftrag

Aber derzeit fehlt ohnehin der Privatisierungsauftrag durch die Regierung - und entgegen anderslautenden Gerüchten ist auch keiner in Sicht. So hatte erst kürzlich SPÖ-Parteiobmann Werner Faymann klargestellt, dass weitere Privatisierungen nicht Teil eines Koalitionsabkommens seien. Er weiß dabei die Gewerkschaft hinter sich.

Derzeit gehören dem Staat noch 27,37 Prozent an dem Ex-Monopolisten. Im ersten Halbjahr des heurigen Jahres musste die Telekom Austria Group beim Betriebsergebnis ein Minus von 4,9 Prozent auf 389,9 Mio. Euro hinnehmen. Der Umsatz hingegen legte um 7,7 Prozent auf 2,536 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verzeichnete ein Plus von 2,7 Prozent auf 967,7 Mio. Euro. Der Nettoüberschuss ging um 18,6 Prozent auf 226 Mio. Euro zurück. Der Gewinn je Aktie gab um 16,2 Prozent auf 0,51 Euro nach.

Die Prognose für 2008: Ein zweiprozentigen Rückgang des Gewinns nach Steuern (Nettoüberschuss) von 492,5 auf 430 Mio. Euro. Das Ebitda wird bei rund 1,9 Mrd. Euro nach 1,855 Mrd. Euro (+3 Prozent) gesehen, der Umsatz bei 5,2 nach 4,92 Mrd. Euro (+5 Prozent). (APA)

 

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    Telekom-Chef Boris Nemsic denkt über Lösungen nach: Von den rund 17.000 Beschäftigen sollen 2.500 "passiviert" werden - sprich bei nahezu vollen Bezügen zu Hause sitzen

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