"Kompromisslos gegenüber der Rechten"

11. November 2008 07:38

Langjährige Parlamentarier Melenchon und Dolez treten aus der sozialistischen Partei aus und wollen angesichts des "Scheiterns der Sozialdemokratie" neue Linkspartei gründen

Paris - Der französische Senator Jean-Luc Melenchon und der Abgeordnete Marc Dolez, beide seit mehr als drei Jahrzehnten Mitglieder der Sozialistischen Partei Frankreichs (PS), haben die Gründung einer neuen Linkspartei angekündigt, die sich "kompromisslos gegenüber der Rechten" verhalten soll. "Wir verlassen die PS", teilten sie in einer gemeinsamen Aussendung mit, nachdem am Freitag bekanntwurde, dass nach einer Urabstimmung in Hinblick auf den Parteitag von Reims der Resolutionsentwurf der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Segolene Royal in Führung liegt.

Linksruck

Nach Ansicht der beiden Politiker, die sich gegen die EU-Verfassung und gegen die Ratifikation des Lissabonner Vertrages eingesetzt hatten, reicht das gute Abschneiden des vom EU-Parlamentarier Benoit Hamon verteidigten Resolutionsentwurfs des linken Parteiflügels nicht dazu aus, der PS den erwünschten Linksruck zu verleihen. Hamons Entschließungsentwurf erhielt 19 Prozent der Stimmen, allerdings erinnerten Melenchon und Dolez daran, dass die verschiedenen Linksflügel bei ähnlichen Abstimmungen in der Vergangenheit "bis zu 40 Prozent der Stimmen erhalten" hätten.

Diesmal dagegen erreichten die gemäßigten Resolutionsentwürfe von Royal und deren Widersachern, dem Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe und der Ex-Arbeitsministerin Martine Aubry, gemeinsam "80 Prozent der Stimmen". "Die dominierende Orientierung nach dem Modell der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin, die sich für eine Allianz mit dem Zentrum ausgesprochen hatte, wurde ausgeweitet", betonten Melenchon und Dolez bei eine Pressekonferenz zur Vorstellung ihrer Initiative.

"Scheitern der Sozialdemokratie in Europa"

Melenchon und Dolez wollen angesichts der "Krise des Kapitalismus" und dem "Scheitern der Sozialdemokratie in Europa" eine neue Partei Gründen, die "fest im linken Lager verankert" sei sowie "demokratische und republikanische Werte ohne Zugeständnisse an die Rechte" vertrete. Als Modell für ihre Initiative nannte Melenchon die von Oskar Lafontaine und den Ex-Kommunisten gegründete "Linke", "die bei verschiedenen Wahlen beachtliche Erfolge feierte". Die beiden Ex-Sozialisten eröffneten eine eigene Webseite  http://www.casuffitcommeca.fr. Weitere Details über die neue Partei sollen am 12. November bekanntgegeben werden.

Großes Interesse für die neue Bewegung bekundeten unterdessen bereits Kommunistensprecher Roland Muzeau (PCF) und der kommunistische Abgeordnete Patrick Braouzec sowie Christian Picquet von der Kommunistischen Revolutionären Liga (LCR). Bedauern über die Entscheidung äußerten dagegen Vertreter des linken PS-Flügels, die Hamons Entschließungsantrag unterstützen. "Wir bedauern diesen ungewöhnlichen Austritt", sagte etwa der Sozialist Gerard Filoche, erinnerte aber daran, dass die Anhänger der PS-Linken "im Wesentlichen ihrer Linie treugeblieben sind".

Hollande: Royals Sieg "nicht das einfachste Szenario für die PS"

An der Urabstimmung über die Resolutionsentwürfe für den Parteitag, der vom 14. bis zum 16. November in Reims stattfinden wird, beteiligten sich am Donnerstag 130.000 PS-Basisanhänger. Royal erhielt 29 Prozent der Stimmen. Dahinter folgten Delanoe mit knapp 25 Prozent, Aubry mit 24,4 Prozent und Hamon mit knapp 19 Prozent. Hamon kündigte dagegen an, dass er angesichts seines überraschend guten Ergebnisses seine Kandidatur bewahren werde.

PS-Chef Hollande, der persönlich die Kandidatur Delanoes unterstützte, forderte die vier in Führung liegenden Politiker dazu auf, eine Synthese ihrer Resolutionsentwürfe anzustreben. Royals Sieg "ist nicht das einfachste Szenario für die PS", sagte der ehemalige langjährige Lebensgefährte der Ex-Präsidentschaftskandidatin und erinnerte daran, dass sie innerhalb der Partei "nicht mehrheitlich" sei. "Das Problem ist nicht die Rangliste, sondern die Frage, wie man der Partei eine stabile Mehrheit gibt", so Hollande. (APA)

 

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Alpenwolf
 
10.11.2008 00:37

Das Bild zur Story ist ein klarer Fall für die "unvisible Burger" Bildersammlung.

Alpenwolf
 
10.11.2008 00:39

Korrektur: invisible natürlich *grml*

Peixe venenoso
09.11.2008 17:29
immer wieder beeindruckend die realitaetsverweigerung der marxistischen kampfposter

der marxistmus ist laengst zur fussnote der geschichte ("alle versuche die ideologie in der realen politik umzusetzen sind im besten fall gescheitert und haben im schlechtesten fall zu massenmorden gefuehrt") verkommen und der at waehler traegt dem schlicht und ergreifend rechnung.
bei den nicht einmal 30% spoe sind neben gewohnheitswaehlern ("schon meine grosseltern haben rot gewaehlt"), opportunisten die in jeder anderen partei unterkommen, die ihnen zb. eine gemeidewohnung oder sonst was verspricht, niveauloses stimmvieh das den populistischen rattenfaengern nachlaeft und ueberwiegend pensionisten die in 10 jahren aussterben finden sich vielleicht 5% linke. mit den linken von den gruenen (von der roten eva wieder verstaerkt angesprochen) und den linken nichtwaehlern gibt es insgesamt vielleicht 8% die dieser massenmoerderischen steinzeitideologie anhaengen.
will jemand widersprechen?

thomas 2
10.11.2008 08:32
Der Begriff „links“ umschreibt nach wie vor das fortschrittliche Spektrum der Gesellschaft

Sozialismus bedeutet nicht Kollektivismus und Gemeinschaftssinn, sondern die verwirklichte Freiheit des Individuums, das sich seiner gesellschaftlichen Konstitution bewusst ist - nicht mehr oder weniger.

deiml
10.11.2008 02:36
haben sie in ihrem leben jemals politische bildung genossen?

täusch ich mich oder haben sie die spö gerade mit marxisten und massenmördern verglichen? bitte um aufklärung.

gabirol
09.11.2008 21:21

Sie hängen anscheinend der massenmörderischen Steinzeitideologie des Antikommunismus an.

super1
10.11.2008 00:54

der antikommunismus hat noch nie menschen umgebracht - nur kommunisten, würde peixe Ihnen antworten...
lassen sie doch die leute mit schaum vor dem mund einfach rechts liegen.

Artischocke
 
09.11.2008 20:56

Sie scheinen hier der einzige Kampfposter in dem Thread zu sein.

Radikal Oi
09.11.2008 19:26

ich glaub

sie verkehren in einer falschen schicht..

jeder der einigermasen einen klaren menschenverstand hat und "menschlich" also human denkt fühlt ishc zumidnets mehr links als rechts.. so leid es mir für sie tut..


Prof Bingo Bongo
09.11.2008 20:37

Vorallem diejenigen, die einen Nutzen aus dem Sozialstaat ziehen sind mehrheitlich "links" was die Wirtschaftspolitik betrifft. Was die Ausländerpolitik betrifft sind davon (zu!) viele wieder rechts.

Und jetzt erklären Sie mir bitte, was dies mit Verstand und Herz zu tun hat.

E.B.
09.11.2008 20:25

seh ich auch so.
allerdings ist die heutige spö keine partei mehr, die dieser gesinnung entspricht, weil sie viele nachteile der linken und viele nachteile der rechten in sich vereinigt, aber die humanen, guten und richtigen aspekte vollkommen links liegen läßt.

RealSaturos
09.11.2008 18:13
eine Frage

ich widerspreche in dem ich eine Frage stelle:

Hatte Kreisky in Österreich 8%?

karl pfeiffermann
09.11.2008 17:05
laura rudas?

das ist wohl ein scherz! diese junge dame ist voll im establishment ihrer partei verankert. sie wird sich nicht von ihren pfründen entfernen.
mfg

pure minua
09.11.2008 17:17

Wie kommst du auf Rudas?

Chien de Pique
09.11.2008 17:42
grazing snake.

grazing snake
09.11.2008 16:53
In der SPÖ gibt es weit und breit niemanden der so was vorhat,

und links von ihr gibt´s nur den Kaltenegger, der Rest sind Witzfiguren.

Selbst bei Rot-Blau, oder blauer Duldung einer SPÖ-Minderheitsregierung (falls Pröll doch noch von Schüssel & Co. sabotiert wird) - wer würde in der SPÖ aufstehen, alles hinschmeißen und so was machen?

von Einem? Gibt´s den noch? Laura Rudas?

der_kleine_pariser
 
09.11.2008 17:05
wer glaubt hier ernsthaft, dass die beiden irgendeine rolle spielen werden???

die drehundertfünfundsechzigste minilinkspartei. für jeden tag im jahr eine andere.

bayrou's zentrumspartei ist auch im nichts versunken.

Baer8
09.11.2008 15:06
Europa ist zu einer Bonzen-Bühne verkommen...

Die Bürger haben kaum mehr etwas zu entscheiden. Vor allem können sie nicht darüber entscheiden was mit ihrem Geld passiert. Das streifen alle nur denkbaren Lobby's, wie z.B. die Bauernlobby, ein. Es wird Zeit, daß wir diese Geldsauger endlich loswerden damit wir wieder für unsere eigenen Interessen arbeiten können.

Nick Not
09.11.2008 23:12

Warum verkommen?

Also ich weiß es eben nicht genau, deshalb frag ich mal nach, waren die politischen Partizipationsmöglichkeiten von sozusagen nicht-mächtigen Personen vor sagen wir 100 Jahren, 60 Jahren, 40 Jahren, oder 10 Jahren wirklich größer, oder wirksamer als heute?

Radikal Oi
09.11.2008 19:30

sie wollen es nicht.. so leid es mir tut.. die mehrheit der Fpö/Övp wähler sagt einfach.. mir egal, ich kenn mich nicht aus hauptsache es geht mir gut, alles andere ist mir egal, wähle ich eine egositen partei und dann gehts mir gut...


tut gut zu sehn dass das eben nicht genau der fall ist.. wenn die mehrheit versucht egoistishc zu sein fahren alle damit ein..

ich schaue zu, genieße, und freue mich aufs auswandern^^

shangl
10.11.2008 00:23
mir egal, ich kenn mich nicht aus

genau das hab ich schon über viele rote kampfposter gedacht (ich liebe dieses wort) ;)

ceterum censeo3
09.11.2008 16:28

wer ist denn bitte wir? geben sie bitte ihre lobby bekannt, dann sag ich ihnen ob wir wir sind.

Nicolas S.
 
09.11.2008 13:25
Merci ...

... Jean-Luc, merci Marc ... ;)

==McMurphy==
09.11.2008 11:32
in österreich

dauert`s wieder ein bisserl länger....

Ava Tar
09.11.2008 15:04
in österreich

waren bisher die Grünen die Linkspartei und kassierten auch deren 5%

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