Schoellerbank will keine Finanzspritze vom Staat

8. November 2008, 15:42
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Vorstandsvorsitzender: "Gier, Dummheit und Maßlosigkeit sind verantwortlich für Finanzkrise"

Innsbruck - Die Schoellerbank wird sicher kein "finanzielles Schutzschild des Staates" in Anspruch nehmen. "Wir verfügen über sehr hohe Liquidität. Wir haben kein Bonitäts- oder Kapitalausfallproblem", versicherte Vorstandsvorsitzender Jürgen Danzmayr beim traditionellen Medien-Essen am Freitagabend in Innsbruck. Gier, Dummheit und Maßlosigkeit waren seiner Meinung nach verantwortlich für die Finanzkrise.

Die Schoellerbank werde 2008 kein neues Spitzenergebnis erreichen können. Das Mitglied der UniCredit Group werde zwar wieder ein zweistelliges EGT erreichen, diesmal werde aber ein Einser davor stehen. 2007 erwirtschaftete die Bank ein EGT von 25,4 Mio. Euro. Auf eine genaue Zahl für 2008 wollte sich Danzmayr nicht festlegen, das Ergebnis werde zwischen 14 und 17 Mio. Euro liegen. "Wir haben prinzipiell alles, wir müssen es nur weiterführen" zeigte er sich zufrieden.

"Viel zu lange Zeit gelassen"

Danzmayr sagte voraus, dass die kurzfristigen Zinsen stärker zurückgehen werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich viel zu lange Zeit gelassen, "daran zu drehen". Krisenzeiten seien Kaufzeiten für erstklassige Unternehmen, forderte er auf. Die Eigenkapitalvorschriften werden immer strenger und mehr werden, ein Wertewandel werde kommen.

Veranlagen in Gold seien nach wie vor interessant. "Gold gehört zu einer vernünftigen Vermögensstreuung dazu", meinte Danzmayr. Eine breite Vermögensstreuung sei das einzige, was schütze. Die Schoellerbank sei konzentriert auf die Themen Sparen und Vermögensanlage.

Das von Neukunden verwaltete Volumen in Tirol und Vorarlberg liege heuer bei 36,6 Mio. Euro, davon stammen 29 Mio. Euro von Kunden aus Tirol. Das Ziel für 2009 liege bei 30 Mio. Euro. Die Schoellerbank verwalte genau eine halbe Mrd. Euro für 3.000 Tiroler Kunden. (APA)

 

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