Pentagon sucht nach Alternativen zu Guantanamo

8. November 2008, 08:39
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250 Gefangene sollen in Hochsicherheitsgefängnis verlegt werden

San Juan - Schon vor dem Regierungswechsel in den USA hat das Pentagon damit begonnen, Alternativen zum Gefangenenlager Guantanamo zu suchen. Die für Gefangenenfragen zuständige Abteilungsleiterin Sandra Hodgkinson sagte am Freitag der Nachrichtenagentur AP, es würden mehrere Optionen auf dem Territorium der USA geprüft.

Terrorverdächtige "sehr, sehr gefährlich"

Die Pentagon-Beamtin erklärte, dass die etwa 250 Guantanamo-Gefangenen nur in ein anderes Hochsicherheitsgefängnis verlegt werden könnten. Schließlich seien die Terrorverdächtigen "sehr, sehr gefährlich". Ein Gefängnis außerhalb der USA komme nicht in Frage, sagte Hodgkinson.

Damit reagiert das Pentagon offenbar auch auf die Entscheidung des Obersten Gerichts, die den Gefangenen das Recht einräumt, ihre Inhaftierung vor einem US-Gericht anzufrechten.

Das Pentagon betrachtet die Gefangenen auf seinem Stützpunkt an der Südostküste von Kuba als "feindliche Kombattanten". Die Zustände in dem im Jänner 2002 eingerichteten Gefangenenlager werden von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International seit langem kritisiert.

Schließung von Guantanamo?

In der Demokratischen Partei des Wahlsiegers Obama gibt es schon länger Bestrebungen, Guantanamo zu schließen. Der Abgeordnete David Price sagte am Freitag: "Wir müssen da vorsichtig sei, aber ich glaube nicht, dass es möglich ist, sie für unbestimmte Zeit in Guantanamo festzuhalten." (APA/AP)

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