Haiti: Mehr als 90 Tote bei Einsturz einer Schule

9. November 2008, 16:34
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150 Menschen verletzt - Kaum Hoffnung auf weitere Überlebende - Betreiber von eingestürzter Schule in Haiti festgenommen

Pétion-Ville - Drei Tage nach dem Einsturz einer Schule in Haiti sind die Hoffnungen geschwunden, noch Überlebende zu finden. Die Zahl der Toten, die seit dem vergangenen Freitag aus den Trümmern des "Promesse Collège Evangélique" in Port au-Prince geborgen wurden, war bis zum Sonntag auf 90 gestiegen. Die meisten der Opfer waren Kinder, die von den Trümmern des dreistöckigen Gebäudes erdrückt wurden oder darunter erstickten. Mehrere Stunden nach dem Unglück entdeckten Rettungshelfer einen Raum mit mindestens 21 Leichen. Den Rettern zufolge wurden etwa 150 Menschen verletzt. Das Gebäude am Rande der Hauptstadt Port-au-Prince war während des Unterrichts zusammengebrochen und hatte benachbarte Wohnhäuser mit eingerissen.

Schlechte Bausubstanz

Haitis Präsident Rene Preval machte die schlechte Bausubstanz für das Unglück verantwortlich. Es seien kaum Stahlträger und Zement benutzt worden, um die Betonteile zusammenzuhalten, sagte er. Der Eigentümer der Schule, ein Pfarrer, wurde festgenommen. Nach Angaben des Staatsanwalts arbeitete der Geistliche früher als Bauleiter und hatte die Schule selbst errichtet.

Nach Behördenangaben waren 700 Kinder in der Schule angemeldet. Unklar blieb, wie viele von ihnen sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebäude aufhielten. Viele Eltern suchten weinend und verzweifelt mit bloßen Händen in den Trümmern nach ihren Kindern. "Mein 15-jähriger Sohn ist tot. Er war mein einziger Sohn", schluchzte die 40-jährige Josiane Dandin. "Ich weiß nicht, was jetzt werden soll." Die Straßen in der Umgebung waren nach dem Einsturz von Angehörigen gefüllt, so dass Einsatzkräfte per Hubschrauber an den Unglücksort gebracht werden mussten.

Bergungsarbeiten

Eine Gruppe der UNO-Blauhelmsoldaten, die seit 2004 in Haiti stationiert sind, unterstützte die Bergungsarbeiten. Rettungskräfte aus den USA und von der französischen Karibikinsel Martinique beteiligten sich mit Spürhunden an der Suche nach Überlebenden. Einige der verschütteten Kinder wurden durch die Lücken in den Trümmern mit Keksen und Wasser versorgt. Ein Feuerwehrmann berichtete, ein Bub sei mit seinen Beinen unter dem Schutt begraben gewesen und habe die Helfer angefleht, sie mögen ihm die Füße abtrennen. 35 Schüler - 13 Mädchen und 22 Buben - konnten in der ersten Nacht gerettet werden. (APA/dpa)

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    Die verzweifelte Suche nach den Verschütteten.

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    Ein überlebendes Mädchen wird aus dem Schutt der Schule gezogen.

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