Kopf des Tages: Öko-Aktivist mit bewegter Vergangenheit

7. November 2008, 20:27
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Robert Kennedy jr. könnte Chef des US-Umweltamtes werden

Robert Francis Kennedy jr., der dritte Sohn von insgesamt elf Kindern des 1968 ermordeten Senators Robert F. Kennedy und seiner Frau Ethel, wird derzeit als Kandidat für den Vorsitz der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) in der Regierung von Barack Obama gehandelt. Über die Jahre hatte der 1954 in Washington D.C. geborene Kennedy relativ viel von sich reden gemacht.

Zunächst absolvierte er in alter Familientradition die Universitäten Harvard und Virginia, wo er in Jus promovierte. Dazwischen verbrachte er auch ein Jahr an der London School of Economics.

1983 wurde er wegen Drogenbesitzes verhaftet, bekannte sich schuldig und wurde zu zwei Jahren bedingt, Behandlung bei der Selbsthilfegruppe Narcotics Anonymous und 1500 Stunden Dienst an der Gemeinschaft verurteilt. Um diese Strafe abzuarbeiten, trat er 1984 der Organisation Riverkeeper bei, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, Verschmutzer des Hudson River anzuklagen. Der von ihm gegründeten Organisation Waterkeeper Alliance zum Schutz der Gewässer steht er noch heute vor.

Kennedy tritt oft im Fernsehen auf und hat eine Unmenge von Artikeln in allen wichtigen Publikationen der USA sowie eine Reihe von Büchern veröffentlicht, in denen er auf die Gefahren hinweist, die der Erde drohen, sollten nicht bald drastische Maßnahmen ergriffen werden.

Im Jänner 2008 gaben er und zwei seiner Schwestern eine Erklärung heraus, in dem sie - im Gegensatz zu Caroline und Ted Kennedy - Hillary Clinton ihre Unterstützung zusagten. Robert Kennedy hatte außerdem erklärt, falls Hillary die Präsidentschaft gewinnen sollte, würde er sich um ihren Senatssitz in New York bemühen, den einst sein Vater innegehabt hatte.

Der gläubige Katholik bezeichnet sich selbst als "pro-life", befürwortet also ein Abtreibungsverbot, hält aber nichts vom kirchlichen Scheidungsverbot: Er hat sechs Kinder aus zwei Ehen.

Eine Berufung zum Leiter der EPA wäre nicht unumstritten: Kennedys Äußerungen über eine kausale Verbindung zwischen Kinderimpfungen und Autismus werden von Kollegen im Umweltschutz als paranoid bezeichnet. Kennedy glaubt außerdem, dass dieser Zusammenhang in einer großangelegten Verschwörung von der Regierung geheim gehalten wird. Außerdem soll er der Ansicht sein, dass die Präsidentenwahlen 2004 manipuliert worden seien. Damit steht er unter Anhängern von Verschwörungstheorien allerdings nicht allein da. (Susi Schneider/DER STANDARD, Printausgabe, 8.11.2008)

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