Bezahlt wird nicht

7. November 2008, 19:12
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Auch das Bundesheer fühlt sich in der Wahrnehmung seiner telemedialen Präsenz durch uns ungerecht behandelt.

Das war eine Fernsehwoche! Am Tag nach der US-Präsidentenwahl sind viele Menschen mit kleinen Augen durch den Tag gegangen. Wir dagegen haben große Augen gemacht, als sich aus gegebenem Anlass ORF und Bundesheer bei uns meldeten.

655.000 Seher haben wir dem „Trautmann" vom 2. November in unserem Seher-Ranking zugebilligt. Wir sind besser, als diese Zahl das ausdrückt, wandte man darauf im ORF ein. Tatsächlich haben 780.000 Menschen diese Folge des Vorstadtkieberers gesehen (auf den Plätzen folgen „Seitenblicke" und „6 aus 45"). Für beide Seiten beruhigend zu wissen: Wir können diesen Fehler kein zweites Mal machen, es war die letzte Trautmann-Folge.


Und auch das Bundesheer fühlt sich in der Wahrnehmung seiner telemedialen Präsenz durch uns ungerecht behandelt. Im ORF-Film „Der erste Tag", der sich um einen Störfall im AKW Dukovany dreht, haben die ABC-Trupps des Heeres ihren großen Auftritt. In der Ankündigung des Films erwähnten wir, dass das Bundesheer darin Imagewerbung erblickt und deshalb bei dem Film mitgezahlt habe. Ehrenrührig wäre das nicht gewesen, meint man im Verteidigungsministerium, richtig ist es halt nicht. Der Reflex „das Bundesheer wird positiv dargestellt, daher muss es diese Darstellung bezahlt haben, bestätigt vielleicht Vorurteile, ist aber falsch", teilt man uns von dort mit. Das Heer hat diese Produktion mit Personen, Wissen, Technik, Erfahrung und Material unterstützt. Das war nicht umsonst, bezahlt wurde aber nichts.

Next Exit Irrtum

Wollte man Unglücksfällen wie dem geschilderten entfliehen, man sollte sich in der Wahl eines Fluchtortes nicht allein auf Angaben unseres Hauses verlassen. Ende Oktober ließen wir uns die Neuwahl des Präsidenten der Malediven einen großen Bericht wert sein. Seine Wirkungsstätte, wenn man das über ein verstreutes Inselreich sagen kann, ist nach unserer Darstellung die pazifische Inselrepublik Malediven. Nicht gleich umbuchen, liebe Taucherfreunde, in Wirklichkeit liegen die Malediven weiterhin im Indischen Ozean.

Eine Katastrophe kommt selten allein. Tage vor dem im südmährischen Dukovany angesiedelten AKW-Thriller befassten wir uns mit einer Folge schwerer Erdbeben im Dreiländereck Böhmen/Bayern/Sachsen. Ein dem Bericht nachträglich angefügter Vorspann versetzte dieses Gebiet irrtümlich ins östliche Böhmen. Dabei war die Grafik dazu richtig. Bedauerlich. (Otto Ranftl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8./9.11.2008)

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