Neuer Taktknoten für Salzburg

7. November 2008, 18:35
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Bauarbeiten für neuen, 270 Millionen teuren Hauptbahnhof beginnen

Salzburg - Neben Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) versammelte sich Freitagvormittag die gesamte Salzburger Politprominenz auf dem Bahnsteig 2. Der Startschuss zum Neubau des Salzburger Hauptbahnhofs kommt knapp vier Monate vor den Landtagswahlen im März 2009; wenn das Projekt wie geplant im Jahr 2014 fertig gestellt wird, werden wohl wieder Wahlen vor der Tür stehen.

Salzburg gehört damit zu den letzten Städten, die von der 1997 gestarteten "Bahnhofsoffensive" profitieren werden. Einer der Gründe für die Verspätung war ein Streit um den Marmorsaal, in dem heute das Bahnhofsrestaurant untergebracht ist. Eine Bürgerinitiative hielt das nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Bauwerk für erhaltenswert. Mittlerweile hat das Bundesdenkmalamt grünes Licht für einen Abriss gegeben.

Bleiben dürfen dagegen die Empfangshalle aus dem Jahr 1860 sowie die historische Eisenhalle über dem heutigen Mittelbahnsteig aus dem Jahr 1909. Beide Elemente sind denkmalgeschützt und wurden vom deutsch-österreichischen Architektenduo Klaus Kada und Gerhard Wittfeld in ihre Umbaupläne integriert. Der Bahnhof war ursprünglich als Grenzbahnhof konzipiert - viele Gleise enden derzeit am Mittelbahnsteig, der Verkehr auf den wenigen Durchgangsgleisen ist längst an den Kapazitätsgrenzen angelangt. Der Mittelbahnsteig soll daher abgerissen werden, insgesamt sind neun Bahnsteige geplant.

Unter den Bahnsteigen wird eine großzügige Geschäftspassage mit 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche die Stadtteile Elisabeth-Vorstadt und Schallmoos verbinden.

Insgesamt sind für den Bau 270 Millionen Euro budgetiert. 27 Millionen davon kommen vom Land Salzburg. "Es ist sicher gut investiertes Geld, auch wenn es uns natürlich lieber gewesen wäre, wenn die ÖBB alles bezahlt hätten", sagte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) am Freitag.

Salzburgs Hauptbahnhof soll laut ÖBB zum zweitwichtigsten österreichischen "Taktknoten" nach dem geplanten Wiener Hauptbahnhof werden. (Markus Peherstorfer, DER STANDARD Printausgabe, 8./9.11.2008)

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