Exhumierung von Franco-Opfern aus formalen Gründen gestoppt

7. November 2008, 17:43
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Ermittlungsrichter hatte Öffnung von insgesamt 25 Massengräbern angeordnet - seine Zuständigkeit ist jedoch noch unklar

Madrid - Die spanische Justiz hat die Exhumierung von Hinrichtungsopfern der Franco-Diktatur (1939-1975) und des vorangegangenen Bürgerkrieges vorerst gestoppt. Zunächst müsse geklärt werden, ob der Ermittlungsrichter Baltasar Garzon überhaupt für die Aufklärung der Gräueltaten aus dieser Zeit zuständig sei, entschied der Nationale Gerichtshof am Freitag in Madrid. Die Richter gaben damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Diese hatte vor knapp drei Wochen Einspruch gegen die Ermittlungen erhoben.

Garzon hatte im Rahmen seiner Untersuchung der Verbrechen des Franco-Regimes bislang die Öffnung von insgesamt 25 Massengräbern und die Identifizierung der darin verscharrten Opfer angeordnet. Zu diesen zählt auch der zu Beginn des Bürgerkrieges (1936-1939) von den Faschisten ermordete Dichter Federico García Lorca. Noch heute werden in Spanien rund 40.000 Opfer politischer Gewalt in namenlosen Gräbern vermutet. Offiziell gelten diese Menschen als vermisst. (APA/dpa)

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    Dieses in Santoyo gefundene Grab enthält die Überreste von 25 Menschen, die im Oktober 1936 exekutiert worden waren.

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