Plastik im Labor eine Ressourcenverschwendung?

9. November 2008, 12:27
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Forscher: Bestandteile von Röhrchen könne biologische Reaktionen blockieren und Testergebnisse verfälschen

Edmonton - Reagenzröhrchen aus Plastik sind nicht ideal für Laborexperimente in der biologischen Forschung. Eine Studie von Wissenschaftlern der University of Alberta ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bestandteile von kommerziellen Röhrchen, wie sie weltweit in Laboren eingesetzt werden, einige biologische Reaktionen blockieren können. Die Folge davon könnten falsche Schlussfolgerungen zum Beispiel über die Wirksamkeit eines Medikaments sein. Details der Studie wurden in Science veröffentlicht.

Laut dem Biochemiker Andrew Holt ist bereits Wasser ausreichend, um diese Chemikalien aus den Teströhrchen auszuwaschen. Die Wissenschaftler kamen diesem Phänomen auf die Spur als sie ein Medikament gegen Parkinson testeten. Diese Forschungsergebnisse geben laut Holt Berichten von Wissenschaftlern Gewicht, die meinten, dass das Plastik die Ergebnisse von manchen Experimenten beeinflusst habe. "Den Menschen scheint bewusst zu sein, dass Kunststoffe problematisch sein können. Bemerkenswert ist aber, dass niemand getan hat, wozu wir dann gezwungen waren."

Untersuchung

Nachdem das Team bemerkt hatte, dass die Messungen des Enzyms MAO-B mehr als außergewöhnlich waren, versuchten die Wissenschaftler, die Ursachen dafür zu ermitteln. Die wahrscheinlichsten Schuldigen waren die Plastikröhrchen, die in der Mikrozentrifuge eingesetzt wurden. Das Wasser in den Röhrchen mehrerer Hersteller führte zu einer rund 40-prozentigen Blockierung des Enzyms. Als die Bestandteile des Wassers untersucht wurden, fanden sich Spuren einer antimikrobiellen Substanz und einer Chemikalie, die verhindert, dass das Wasser sich am Plastik festsetzt. Beide wurde von den Herstellern absichtlich hinzugefügt. Auch die Plastikspitzen der Pipetten setzten Chemikalien frei, die biologische Reaktionen blockierten. Chemikalien, die aus den bei Proteinexperimenten eingesetzten Kunststoffplatten austraten, machten das Enzym MAO-B aktiver.

Holt ist laut New Scientist davon überzeugt, dass diese chemischen Reaktionen die Ergebnisse von Experimenten so sehr verfälschen können, dass es entscheidende Auswirkungen auf die Forschung haben kann. Viele der derzeit im Umlauf befindlichen Daten dürften seiner Meinung nach in irgendeiner Weise beeinflusst worden sein. Bisher ist es dem Wissenschaftler noch nicht gelungen, Studien mit falschen Daten oder falschen Schlussfolgerungen zu identifizieren. Er glaubt dennoch, dass durch den Einsatz dieser Kunststoff-Produkte viel Zeit und viel Geld verschwendet worden ist. (pte/red)

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