"Fühle mich wie ein 90-Jähriger"

7. November 2008, 16:50
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Reinfried Herbst bangt wegen massiver Rückenprobleme um Slalom-Start in Levi - Die weiteren ÖSV-Sorgenkinder: Maier und Schönfelder

Wien - Knapp eine Woche vor dem ersten Weltcup-Saisonslalom bang Reinfried Herbst um seinen Start in Levi. Der Olympia-Zweite aus Salzburg hat sich vor drei Wochen das Kreuz so verrissen, dass er seitdem nicht auf Schnee trainieren konnte, selbst an Konditions- und Krafttraining war nicht zudenken. "Ich fühle mich wie ein 90-Jähriger, der schon Probleme beim Aufstehen hat", gestand Herbst am Freitag.

Das Malheur war vor drei Wochen gleich in der ersten Slalom-Einheit passiert. Die dabei erlittene Stauchung der Bandscheiben und Wirbelsäule konnte bisher auch durch Ärzte und Therapeuten nicht vollkommen kuriert werden. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so lange dauert und wollte diese Woche auch wieder trainieren. Aber es geht noch nicht. Ich hoffe, dass ich die Probleme übers Wochenende in den Griff bekomme und nächste Woche zwei Trainingstage im Mölltal einlegen kann", sagte Herbst.

Weil Herbst vor der Verletzung nur Riesentorlauf trainiert hatte, liegt sein letztes richtiges Slalomtraining schon an die zwei Monate zurück. Damit gehen ihm auch Skitests ab. Dennoch macht sich der Salzburger derzeit über einen möglichen Startverzicht für den Slalom am 16. November in Finnland noch keine Gedanken. "Mit meiner Erfahrung und Routine weiß ich, dass ich relativ schnell wieder ein hohes Niveau erreichen kann", so Herbst. "Meine Erwartungshaltung für Levi ist aber sicher gedämpft. Für mich zählt jetzt, wieder fit zu werden!"

Mit Rainer Schönfelder hat ÖSV-TeKo-Gruppentrainer Christian Höflehner ein zweites Sorgenkind in seiner Truppe. Der in Wien lebende Kärntner, der sich in seiner zehnten Weltcup-Saison den Gesamtsieg zum Ziel gesetzt hat, hatte sich beim Einfahren für den Sölden-Riesentorlauf Ende Oktober eine äußerst schmerzhafte Prellung am linken Schienbein zugezogen und kann noch immer nicht voll trainieren.

Mit Herbst, Schönfelder, Mario Matt, Benjamin Raich, Marcel Hirscher, Manfred Pranger, Alexander Koll und Wolfgang Hörl sind dennoch derzeit acht ÖSV-Slalomteilnehmer für Levi fix. Der neunte wird kommende Woche im Mölltal ermittelt.

Auch Ski-Star Hermann Maier kann noch immer nicht wie vorgehabt trainieren. Der Salzburger, der seit langem an einer hartnäckigen Verkühlung laboriert, hatte sich in Sölden mit einer "unwürdigen Leistung" nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert. Trotz eines danach spontan eingeschobenen Ägypten-Urlaubs ließ der "Herminator" diese Woche das Training im Stubaital aus, um wegen des schlechten Wetters keinen Rückfall zu riskieren.

Für den bald 36-jährigen Sieger von 53 Weltcup-Rennen (eigentlich 54) beginnt die Saison aber ohnehin erst Ende November in Lake Louise. Am 18.11. fliegen Maier und Co. zum traditionellen Vorbereitungs-Training nach Sun Peaks, ebenfalls in Kanada. (APA)

ÖSV-Herren-Team für Levi (8 von 9 fix): Reinfried Herbst, Rainer Schönfelder, Mario Matt, Benjamin Raich, Marcel Hirscher, Manfred Pranger, Alexander Koll, Wolfgang Hörl

ÖSV-Damen für Levi: Nicole Hosp, Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser, Elisabeth Görgl, Simone Streng, Katrin Triendl

 

 

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