Was man beim Blick in den Spiegel alles sehen kann

7. November 2008, 17:00
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"Ich habe keinen Fehler gemacht", sagte Alfred Ötsch, Boss der ramponierten heimischen Fluglinie AUA, diese Woche vor Journalisten

"Ich habe keinen Fehler gemacht", sagte Alfred Ötsch, Boss der ramponierten heimischen Fluglinie AUA, diese Woche vor Journalisten. Schön, wenn das Selbstbild solcherart im Spiegel zurückschaut. Noch schöner, wenn sich das Selbstbild mit einem etwas objektivierteren Fremdbild ein wenig deckt. Ob wohl jene Geldmanager, in deren Bonuszahlung 2008 nun teilweise Staatsmittel fließen, auch zufrieden in den Spiegel blicken und Fehler nur "den anderen" oder "der (anonymen) Wirtschaftskrise" zuschreiben?

Fehler und Krisen nicht anzuerkennen heißt, keine Lösungskompetenzen entwickeln zu können. Leitbilder nicht einmal in der Krise zu hinterfragen ist keine Gestaltungskompetenz für die Zukunft. Anbieten würde sich für solche Reflexionen etwa das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns und die Tugenden, auf die sie/er sich stützt. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 8.11./9.11.2008)

 

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