Erfolgreiche Revitalisierung an der Traun

8. November 2008, 17:45
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Flussökologische Verbesserungen gehen mit notwendigen Vorkehrungen für den Hochwasserschutz Hand in Hand

Wien/Ebensee - Dass flussökologische Verbesserungen mit notwendigen Vorkehrungen für den Hochwasserschutz optimal Hand in Hand gehen können, wird - wie derStandard.at bereits im Frühjahr berichtet hat - an der Oberen Traun im Salzkammergut aufgezeigt. Nun wurde die Fertigstellung des ambitionierten Revitalisierungsprojekts offiziell präsentiert. "Hier wird an konkreten Maßnahmen anschaulich, wie die Natur ihren ursprünglichen Raum wieder zurück erhält und gleichzeitig nachhaltiger Hochwasserschutz ermöglicht wird", erklärte Umweltlandesrat Rudi Anschober bei der Begehung.

Um auch symbolisch ein Zeichen für neues Leben in der wertvollen Flusslandschaft zu setzen, ließen die Projektpartner Lebensministerium, Land Oberösterreich, Österreichische Bundesforste und WWF gemeinsam 1.500 heimische Bachforellen frei.

Maßnahmen

Im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts (GBK) für die Obere Traun, für das Wilhelm Laimer, Leiter des Gewässerbezirks Gmunden, verantwortlich zeichnet, wurde die alte Uferverbauung, die den Fluss in ein enges Profil gezwängt hatte, in Lahnstein auf einer Länge von 450 Metern weggerissen und der Traun rechtsseitig um bis zu 25 Meter mehr Platz gegeben. Ein ehemals abgetrennter, 800 Meter langer Altarm ist nun wieder an den Hauptfluss angebunden, wodurch sich ein attraktives Jungfischhabitat entwickeln kann.

In drei neu angelegten Amphibientümpeln werden sich bald Gelbbauchunken, Laub- und Grasfrösche tummeln. Neu entstandene Strukturen wie Steilwände bieten wieder Lebensraum für den seltenen Eisvogel; die sich bildenden Schotterbänke könnten von bedrohten Arten wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer bald wieder als Brutflächen verwendet werden.

Ökologischer Hochwasserschutz

Die Rückbaumaßnahmen fördern neben der Entstehung wertvoller Lebensräume für seltene Arten vor allem auf natürliche Weise den Schutz des angrenzenden Siedlungsraums und der Bundesstraße vor Überschwemmungen. "Das Lebensministerium verfolgt bereits seit vielen Jahren das Ziel, Maßnahmen zum Hochwasserschutz mit ökologischen Verbesserungen optimal zu verbinden. Durch die in Lahnstein nun geschaffenen Aufweitungen steht dem Fluss im Hochwasserfall mehr Freiraum für seine Ausbreitung zur Verfügung, sodass die gefährdeten Wohn-Objekte durch die Absenkung des Hochwasserspiegels besser geschützt sind", erläuterte Dorith Breindl, Stv. Leiterin der Sektion Wasser im Lebensministerium.

Das Lebensministerium fördert diese mit 400.000 Euro veranschlagte Revitalisierungsmaßnahme mit einem Anteil von 85 Prozent; die restlichen Kosten trägt die Gemeinde Ebensee.

Auch die AnrainerInnen profitieren vom neuen Erscheinungsbild der Traun: Neue natürliche Flussufer laden als abwechslungsreiche Wassererlebnisbereiche zum Baden und Erholen ein. Insgesamt sind im Rahmen des GBK in den nächsten 10 bis 20 Jahren rund 59 Maßnahmen entlang der Oberen Traun vorgesehen. In die Detailplanung ist mit dem Biologen Leopold Feichtinger ein eigener Flussraumbetreuer, den Bund, Land OÖ und WWF gemeinsam beschäftigen, aktiv eingebunden. (red)

  • Der Revitalisierungsbereich der Maßnahme an der Traun bei Lahnstein/Ebensee
    foto: c.mohl/wwf

    Der Revitalisierungsbereich der Maßnahme an der Traun bei Lahnstein/Ebensee

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