Ehrenkreuzträgerin Jessye Norman

7. November 2008, 16:06
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Sopranistin bedankte sich bei Verleihung bei Bundespräsident Fischer: "Ich hoffe ich kann Ihren Erwartungen entsprechen. Ich werde hart arbeiten, versprochen."

Wien - Der amerikanischen Sopranistin Jessye Norman wurde von Bundespräsident Heinz Fischer das Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse verliehen. "Wir sind sehr dankbar für das, was Sie in Ihrem Leben getan haben und immer noch tun", sagte Fischer, der die Auszeichnung in kleiner Runde, darunter Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und der Künstler Andre Heller, überreichte. "Ich hoffe ich kann Ihren Erwartungen entsprechen", bedankte sich Norman gerührt. "Ich werde hart arbeiten, versprochen."

"Ich fühle mich, als hätte ich hier in Wien eine Familie"

"Es ist eine kleine Zeremonie, aber eine große Geste zu Ihren Ehren", betonte Fischer, im Laufe ihrer "beeindruckenden Biografie" habe Norman "in einer langen Liste aller wichtiger Opernhäuser der Welt neue Standards gesetzt", Auftritte wie bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Atlanta 1996 oder zum 200. Geburtstag der französischen Revolution mit der "Marseillaise" würden immer unvergessen bleiben. Über ihre guten Beziehungen zu Österreich, zu den Salzburger Festspielen, zur Staatsoper aber auch zu den Konzertbühnen sei man nicht zuletzt deshalb froh, weil der Galaliederabend im Konzerthaus am Samstag die Gelegenheit für die Preisverleihung gegeben hatte.

An diesem Ort ausgezeichnet zu werden bedeute für sie "mehr als ich jemals ausdrücken könnte", sagte Norman. "Das ist der Ort, an dem ich immer wieder gesungen habe, schon seit dem Studium. Wir sind schon sehr lange Freunde und ich bin sicher, dass wir es noch lange sein werden", bekräftigte sie. "Denn es ist mehr als Freundschaft. Ich fühle mich, als hätte ich hier in Wien eine Familie." Dass sie das Ehrenkreuz in jenen Räumlichkeiten überreicht bekam, in denen die Kinder Maria Theresias ihren Musikunterricht erhielten, wie Fischer erzählte, freute sie deshalb besonders.

Werdegang

Die als "schwarze Callas" und "Hohepriesterin des Gesangs" gefeierte Norman wurde 1945 im US-Bundesstaat Georgia geboren und wuchs in einer musikbegeisterten Familie auf. Nach einem Gesangsstudium gelang ihr 1968 der Durchbruch mit dem Gewinn des ARD-Musikwettbewerbs, woraufhin sie an der Deutschen Oper Berlin als Elisabeth in Wagners "Tannhäuser" debütierte. Rasch eroberte sie die Mailänder Scala ebenso wie den Londoner Covent Garden, die New Yorker Met oder die Salzburger Festspiele.

Das Repertoire der vielfach ausgezeichneten Sängerin war immer weit gespannt und reichte von den großen Wagner-Rollen wie Isolde, Sieglinde oder Kundry über die Lieder von Mahler und Schoenberg bis hin zu Spirituals und geistlichen Gesängen. Sie setzte sich auch für neue Musik ein, etwa von Philipp Glass oder Pierre Boulez, und nahm ein Jazzalbum auf. Morgen, Samstag, gibt Jessye Norman einen Galaliederabend im Wiener Konzerthaus mit Werken von Brahms, Schubert, Mahler, Schumann und anderen. (APA)

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