Sa: Sturm als großer Favorit ins Derby

7. November 2008, 15:39
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Gastgeber würde bei einem Erfolg gegen Kapfenberg an der Spitze dranbleiben - Gregoritsch warnt vor Haas und Muratovic: "Für mich im Moment das beste Offensivduo der Liga"

Graz - Klarer könnten die Vorzeichen eigentlich nicht sein. Der Papierform nach sollte das steirische Fußball-Derby zwischen dem SK Sturm Graz und dem Kapfenberger SV am Samstag (18.00 Uhr/live Premiere Sport) eine klare Angelegenheit werden. Sturm geht mit dem Selbstvertrauen von Tabellenplatz drei und vier Siegen in Serie ins Lokalduell, Aufsteiger Kapfenberg dagegen hat in der gesamten Saison erst einen einzigen Auswärtspunkt geholt.

Zu rechnen wollen die Grazer allerdings noch nicht beginnen, waren sie doch im Vorjahr Winterkönig gewesen und am Ende auf Platz vier gelandet. "Wir wollen uns nicht in irgendeine Rolle drücken lassen, die wir vielleicht nicht erfüllen können. Hochrechnungen bringen nichts", betonte Sportdirektor Oliver Kreuzer. Der Deutsche ist bei Sturm seit Anfang Oktober im Amt - seit damals hat das Team alle Spiele gewonnen. "Zufall", meinte Kreuzer.

Drei Punkte fehlen den Grazern derzeit auf Tabellenführer Salzburg, Ziel ist ein internationaler Startplatz. "Salzburg und die beiden Wiener Clubs sind uns sicherlich noch etwas voraus was die Breite des Kaders betrifft", gestand Kreuzer. Verletzungssorgen seien für Sturm dadurch weniger leicht zu verkraften, im Moment sind sie aber auch kein Thema. Selbst Abwehrchef Ferdinand Feldhofer meldete sich nach einer Rippenprellung für das Derby fit.

Dennoch dürfte Trainer Franco Foda jener Elf vertrauen, die vergangenes Wochenende die Wiener Austria mit 3:1 entzaubert hatte. "Wir müssen Mittel finden, um auch das Abwehrbollwerk von Kapfenberg zu knacken. Wir müssen ruhig und geduldig bleiben und unsere Chancen nützen", meinte Foda. Zuletzt hatte ihn seine Mannschaft nicht im Stich gelassen, erzielte in vier Spielen 18 Tore - überragend dabei die beiden Stürmer Mario Haas und Samir Muratovic.

"Für mich ist das im Moment das beste Offensivduo der Liga", streute Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch dem Gegner Rosen, sprach von Sturm als einer Mannschaft, die einen sehr modernen, schnellen Fußball praktiziere. "Vielleicht sogar den schnellsten in Österreich." Dazu tragen auch Marko Stankovic und Daniel Beichler ihren Teil bei. Die Jungstars haben sich bei anderen Clubs und auch im Ausland ins Blickfeld gespielt, ein konkretes Angebot liege laut Kreuzer aber für keinen der beiden vor.

Sturm hatte sich bereits in den vergangenen Jahren als Ausbildungsverein profiliert. "Wir investieren viel Geld in den Nachwuchs. Natürlich wollen wir unseren Kader zusammenhalten, aber es gibt immer auch eine finanzielle Schmerzgrenze", sagte Kreuzer, der im Derby eine mit 15.300 Zuschauern ausverkaufte UPC-Arena erwartet. Am Freitag waren nur noch wenige Restkarten erhältlich, haben die Grazer doch seit dem 29. März (1:2 gegen die Austria) in neun Heimspielen nicht verloren.

Die Kapfenberger wären ohnehin bereits mit einem Punkt zufrieden, dementsprechend defensiv will Gregoritsch zu Werke gehen. "Wir werden die Räume eng machen, noch tiefer stehen als sonst und Konterfußball bieten", kündigte der KSV-Trainer eine Defensivtaktik mit nur einem Stürmer an. Noch nie in der Bundesliga-Geschichte haben die Kapfenberger auswärts gegen Sturm gewonnen. Sollte es ausgerechnet in dieser Phase gelingen, wäre es eine Sensation. (APA)

SK Puntigamer Sturm Graz - Kapfenberger SV Superfund (UPC Arena,
Samstag, 18.00 Uhr/live Premiere Sport, SR Brugger). Keine Ergebnisse 2007/08.
Bisheriges Saisonergebnis: 3:1 (a).

Sturm: Gratzei - Lamotte, Sonnleitner, Feldhofer, Kandelaki - Hölzl, Hlinka, Kienzl, Stankovic - Muratovic, Haas
Ersatz: Schicklgruber - Schaschiaschwili, Jantscher, Beichler, Scherrer, Kröpfl, S. Foda
Es fehlt: Kreimer (verletzt)

Kapfenberg: Susko - Taboga, Fukal, Stepanek, Schellander - Zimmerman, Osoinik, Hüttenbrenner, Liendl, Felfernig - Bernsteiner/Kozelsky
Ersatz: Eisl - Siegl, Lienhart, Schönberger, Wieger, Sencar
Es fehlen: Rauscher, Akoto, Pejic (alle verletzt)

 

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