Sa: Rapid hofft vs Altach auf Einser-Bank

7. November 2008, 15:22
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Meister gegen Schlusslicht klarer Favorit - Pacult warnt: "Altach hat nichts zu verlieren" - Schönenberger: "Niederlage wäre normal, Punkt eine Überraschung"

Wien - Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der tipp3-Fußball-Bundesliga sagt alles: Meister Rapid ist am Samstag im Heimspiel zur 16. Runde gegen Schlusslicht Cashpoint SCR Altach in der Toto-Sprache als "Einser-Bank" zu betrachten. Wollen die Hütteldorfer erster Verfolger des drei Punkte voranliegenden Titelfavoriten Red Bull Salzburg bleiben oder sogar näher rücken, muss ein Sieg her.

Peter Pacult hat gegen den "Toto-Tipp" überhaupt nichts einzuwenden. "Ich sehe das auch so. Im eigenen Stadion sind wir Favorit, da wollen wir drei Punkte machen", sagt der Rapid-Trainer klipp und klar, ohne schon an das Wiener Derby am Dienstag zu denken. In Hütteldorf verspüre man keinen Druck, würde nur von Spiel zu Spiel geschaut. Die Altacher hätten in Wien nichts zu verlieren, das spreche für sie. Und über "Kugelblitz" Ailton: "Ihn darf man nie aus den Augen lassen, er erst immer für ein Tor gut."

Heikkinen: "Die Altacher sind gefährlich"

Markus Heikkinen, der seit drei Wochen stolzer Vater eines Buben ist, kann seinem Chef nur beipflichten. "Ailton hat Spiel- und Torqualitäten, auf ihn müssen wir aufpassen", warnt der Finne und mahnt gleichzeitig 100-prozentige Konzentration ein. Heikkinen tut dies in Erinnerung an die zwei Niederlagen in der vorigen Saison (0:2 und 1:2). "Die Altacher sind gefährlich. Das Wichtigste ist für uns das Ergebnis. Würden wir jedes Spiel 1:0 gewinnen und schlecht spielen, wäre ich zufrieden", so Heikkinen, der für Rapid zuletzt im Dezember 2007 gegen Wacker Innsbruck getroffen hat.

Neben Heikkinen kehrt im Mittelfeld Boskovic, der in Kärnten gesperrt war, wieder in die Mannschaft zurück. Lukse, der am Samstag seinen 21. Geburtstag feiert (Pacult über ihn und Hedl: "Beide haben die sportliche Qualifikation, im Tor zu stehen"), dürfte im Tor bleiben, Palla wieder links verteidigen. Und im Sturm sollte abermals Jelavic den Vorzug gegenüber Hoffer erhalten. Dazu der Trainer: "Jimmy fehlt die innerliche Ruhe, er hat sich zu wenig Pausen gegönnt, sich durch Autogrammstunden usw. zu sehr ablenken lassen."

Superlative

Am Freitag waren für das Spiel nur noch 800 Karten verfügbar, das St. Hanappi dürfte somit zum siebenten Mal in dieser Saison mit 17.500 Zuschauern ausverkauft sein. Das sehen die Vorarlberger nicht als Nachteil. "Das ist ein Super-Stadion, eine Super-Atmosphäre, eine Super-Mannschaft - das ist für uns Motivation genug. Eine Niederlage wäre normal, ein Punkt eine Überraschung", betont SCR-Coach Urs Schönenberger. Seine Truppe habe nichts zu verlieren, aber nur dann eine Chance, wenn die Tagesform stimme.

Sein Torhüter Andreas Michl sieht dem Hexenkessel gelassen entgegen. "Meine Vorderleute wissen, was zu tun ist. Sie haben Klasse genug, um ihre Aufgabe zu erfüllen", meinte er. Ihm ist es egal, ob er 90 Minuten unter Dauerbeschuss steht oder keinen einzigen Ball zu halten bekommt. "Hauptsache wir haben am Ende ein Tor mehr als der Gegner." Leicht wird es sicher nicht, denn auf der Altacher Ausfallliste stehen sieben Mann. Schönenberger bangt auch noch um Pammingers Einsatz, hat aber den gesperrten gewesenen Mimm wieder zur Verfügung, dafür fehlt in der Abwehr wegen einer Sperre Carreno.

Die Statistik verheißt den Männern aus dem Ländle nichts Gutes. Aus den jüngsten 17 Auswärtsspielen (Bilanz 1-5-11) haben sie nur einen einzigen Sieg und zwar am 5. Oktober 2008 (3:1) gegen den LASK geholt. Andererseits ist Rapid seit 1. Dezember 2007 (1:3 gegen Salzburg) daheim in 14 Partien ungeschlagen (12-2-0/32:8 Tore). Von den vier Heimspielen gegen Altach haben die Grünweißen drei gewonnen und eines verloren. Das passierte am 29. September 2007, als der diesmal gesperrte Carreno nach der Pause zweimal zum 2:0-Erfolg traf.
(APA)

SK RAPID WIEN - CASHPOINT SCR ALTACH (Freitag, Hanappi-Stadion,
18.00 Uhr, SR Manfred Krassnitzer/Kärnten). Saison-Ergebnisse
2007/08: 1:0 (auswärts), 0:2 (heim), 1:2 (a), 3:0 (h); 2008/09: 7:2
(a)

Rapid: Lukse - Dober, Tokic, Patocka, Palla - Hofmann, Boskovic, Heikkinen, Kavlak - Maierhofer, Jelavic/Hoffer.
Ersatz: Hedl - Eder, Harding, Ketelaer, Drazan
Es fehlen: Payer, Gartler (beide rekonvaleszent), G. Koch, Thonhofer, Katzer (alle verletzt)

Altach: Michl - Mimm/Stückler, D. Sereinig, Stückler/Pircher, Kling - Karatay, Guem, Pamminger/Vishaj/Ze Elias, Schoppitsch - Konrad, Ailton.
Ersatz: Krassnitzer - Mattle, Jagne
Fraglich: Pamminger (Rückenprobleme)
Es fehlen: Gramann, Pfister, M. Koch, Ribeiro, Hutwelker, Mayer, Rajic (alle verletzt), Carreno (gesperrt)

 

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