AK-OÖ fordert Rechtsanspruch auf Teilzeit

28. Februar 2003, 14:02
4 Postings

Umstieg von Voll- auf Teilzeit soll für beide Elternteile möglich sein

Linz - Die AK Oberösterreich hat einen Forderungskatalog im Zusammenhang mit Teilzeitarbeit erstellt. Als Interessenvertretung habe sie das Ziel, dass in den Betrieben bei der Organisation der Arbeit so viel Flexibilität entwickelt wird, dass dem Wunsch der Beschäftigten nach Teilzeit- oder Vollzeitarbeit an so gut wie jedem Arbeitsplatz entsprochen werden könne. Unter anderem wird ein Recht auf Teilzeitbeschäftigung für Eltern von VolksschülerInnen verlangt, wie Präsident Hubert Wipplinger am Freitag mitteilte.

Teilzeitarbeit im Vormarsch

Zusammen mit der Leiterin des Frauenbüros der Arbeiterkammer, Ilse Hauder, machte Wipplinger darauf aufmerksam, dass die Teilzeitarbeit im Vormarsch sei: Innerhalb der letzten zehn Jahre habe sich die Anzahl der mehr als zwölf Stunden und weniger als 35 Stunden beschäftigten ArbeitnehmerInnen in Oberösterreich auf über 85.000 Personen mehr als verdoppelt - eine Teilzeitquote von 15,8 Prozent. 92 Prozent von ihnen seien Frauen, das entspricht rund 78.000, 1990 waren es noch 37.000 gewesen. Die Teilzeitquote bei den Frauen betrage derzeit 36,2 Prozent, bei den Männern 2,2 Prozent.

Reduktion auf unqualifizierte Jobs

Doch fast die Hälfte der Teilzeitarbeitsplätze für Frauen verteilte sich auf nur die drei Branchen Handel, Reinigung sowie persönliche Dienstleistungen und das Angebot nehme mit der Höhe der Qualifikation ab. Teilzeitarbeit in Führungspositionen sei vergleichsweise selten. Auf der Strecke blieben dabei laut Arbeiterkammer Frauen, weil ihr Wunsch nach Reduzierung der Arbeitszeit nur durch einen Berufs- und Branchenwechsel erfüllbar sei. Aber auch Männer, die familiäre Aufgaben übernehmen wollten, würden in Konflikt mit den in ihren Berufsfeldern herrschenden zeitlichen Erwartungen kommen.

Gleitend von Voll auf Teilzeit und zurück

"Teilzeit- darf nicht weniger wertvoll als Vollzeitbeschäftigung sein", stellte Wipplinger fest und forderte eine flexiblere betriebliche Arbeitsorganisation, die den Umstieg von Voll- auf Teilzeitarbeit und zurück ermöglichen soll "und zwar für Frauen und Männer". Sein Maßnahmenkatalog sieht unter anderem einen Rechtsanspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit für Eltern bis zum Ende der Volksschulzeit der Kinder mit Rückkehrrecht zur Vollarbeitszeit, betriebliche Pilotprojekte zur Etablierung von Teilzeitarbeit für Führungskräfte und Teilzeitarbeit für Männer, Beseitigung aller noch bestehenden arbeitsrechtlichen Benachteiligungen beim Umstieg von Vollzeit- auf Teilzeitarbeit und die Berücksichtigung beziehungsweise Aufwertung von Teilzeitarbeit bei der Pensionsbemessung. "Wer Arbeitszeit reduziert, um Betreuungspflichten nachkommen zu können, darf im Alter nicht bestraft werden", argumentierte Wipplinger. (APA)

Share if you care.