Joschka Fischer begrüßt Einlenken Bagdads

28. Februar 2003, 14:25
23 Postings

Frankreich spricht von "wichtiger Etappe" für "friedliche Entwaffnung"

Brüssel - Der deutsche Außenminister Joschka Fischer hat das Einlenken Bagdads im Streit um die Zerstörung der Raketen des Typs El-Samud-2 begrüßt. Zugleich betonte Fischer am Freitag in Brüssel, dass der Weg einer friedlichen Abrüstung des Irak fortgesetzt werden müsse. "Ich begreife nicht, warum dieser Prozess jetzt abgeschlossen werden soll, wo er gerade beginnt, konkrete Ergebnisse und Resultate zu zeigen, und man zum letzten Mittel greift."

Klar sei, dass der Irak abrüsten müsse, sagte Fischer, der sich am Rande einer Sitzung des EU-Reformkonvents äußerte. Und das Instrument dazu seien die Inspektoren. "Diesen Weg wollen wir weitergehen." UN-Chefinspektor Hans Blix müsse nun einen Arbeitsplan mit weiteren Abrüstungsschritten vorlegen. Am Vormittag war aus Regierungskreisen in Bagdad verlautet, dass der Irak mit der Zerstörung der Raketen am Samstag beginnen werde. Diese Frist hatte Blix der irakischen Regierung gesetzt.

Frankreich: "Wichtige Etappe"

Der französische Außenminister Dominique de Villepin hat die grundsätzliche Zustimmung des Iraks zur Zerstörung seiner Al-Samoud-2-Raketen nachdrücklich begrüßt. "Das ist eine wichtige Etappe auf dem Weg der friedlichen Entwaffnung des Irak", sagte Villepin am Freitag in Paris. "Damit wird die Entscheidung Frankreichs wie der Mehrheit der Länder der internationalen Gemeinschaft gestärkt", erklärte Villepin nach einem Gespräch mit seinem griechischen Kollegen Giorgos Papandreou, der amtierender Vorsitzender des EU-Ministerrates ist. Allerdings müsse der Irak jetzt auch unverzüglich tatsächlich damit beginnen, diese Raketen zu zerstören, mahnte der Minister. Paris ist für verstärkte UN-Waffenkontrollen im Irak und lehnt einen Krieg gegen Bagdad ab.

(APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Positive Reaktion aus Deutschland.

Share if you care.