Mikroorganismen bauen Insektizid ab

3. März 2003, 12:00
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Die Stämme nutzen Endosulfan als Kohlenstoff- und Energiequelle

Riverside/Kalifornien - Kalifornische Forscher haben Mikroorganismen isoliert, die das Insektizid Endosulfan abbauen. Das Insektizid aus der Stoffgruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe wird bereits seit 1956 weltweit eingesetzt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Endosulfan mäßig toxisch. Die EU stuft das Insektizid als für die Umwelt gefährlich ein.

"Wir haben mit Erfolg Mikroben-Stämme isoliert, die Endosulfan als Kohlenstoff- und Energiequelle nutzen", erklärt William Frankenberger, Leiter des Centers for Technology Development an der University of California/Riverside. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler zehn isolierte Mikroorganismen auf ihre Endosulfan-Abbau-Fähigkeiten. Die isolierten Stämme Fusarium ventricosum und Pandoraaea sputorum bauten in 15 Tagen 90 bzw. 83 Prozent einer Endosulfan-Menge von 100 ppm (parts per Million) ab. "Andere isolierte Stämme, die Endosulfan an Schwefelquelle nutzen, könnten rund 70 Prozent des Pestizids abbauen", schätzt Frankenberger.

POPs

Endosulfan zählt zu den so genannten "POPs" (persistent organic pollutants), die sich lange in der Umwelt halten. Aufgrund ihrer langen Verweildauer in der Umwelt können Reste von Ensolufan in die Nahrungskette gelangen und somit die Gesundheit von Menschen schädigen. Das Insektizid beeinträchtigt neben dem Zentralnervensystem auch Nieren, Leber, Blut sowie die Nebenschilddrüse. Daneben kann es zu Geburtsfehlern (teratogene Wirkung) und genetischen Mutationen führen. Die geschätzte Halbwertszeit von Endosulfan und seinen Abbauprodukte liegt zwischen neun Monaten und sechs Jahren.

Die Forschung soll die agro-chemische Industrie und Umweltbehörden, die sich mit der Sanierung von mit Organo-Chlor-Pestiziden verschmutzten Böden und Gewässern beschäftigen, unterstützen. Zurzeit gilt die biologische Sanierung (Bioremediation) als die kostengünstigste Technologie zur Schadstoff-Sanierung. (pte)

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    Endosulfan

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