UNO-Anklagen gegen Milizenführer und Polizeichef in Osttimor

28. Februar 2003, 12:33
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Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Dili - Die Vereinten Nationen haben am Freitag in Osttimor Anklage gegen einen ehemaligen Milizenführer, einen früheren Polizeichef und 47 weitere Männer erhoben. Ihnen werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, die sie 1999 verübt haben sollen. Damals stimmte die Bevölkerung Osttimors für die Unabhängigkeit von Indonesien, die im Mai vergangenen Jahres verwirklicht wurde.

Eurico Guterres befehligte die berüchtigte Miliz Aitarak. Der frühere Polizeichef war General Timbul Silaen. Ihnen und den anderen Angeklagten wird unter anderem Mord und Vertreibung vorgeworfen. Zur Zeit der Volksabstimmung wurden 1.000 Menschen getötet und 250.000 aus ihrer Heimat vertrieben.

Bereits vergangenen Dienstag hatten Staatsanwälte in Osttimor den indonesischen Ex-Militärchef Wiranto uns sieben weitere ranghohe indonesische Offiziere als Mitverursacher der Gewalt angeklagt. Am Freitag kritisierte der osttimorische Präsident Xanana Gusmao die Anklagen. Die Vorladung der Beschuldigten in die osttimorische Hauptstadt Dili sei nicht im nationalen Interesse. Aus Indonesien verlautete, man werde niemanden an Osttimor ausliefern. (APA/AP)

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