Frauengeschichte sichtbar machen

28. Februar 2003, 12:20
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Zehn "Woment"-Projekte präsentieren sich ab 8. März in der Kulturhaupstadt Graz

Graz - Die Leistungen von Frauen in der Geschichte und Gegenwart von Graz sollen besser sicht- und erlebbar gemacht werden. Das ist Ziel eines großen Projektes im Rahmen der Kulturhauptstadt 2003. Acht Grazer Frauenorganisationen haben sich zu diesem Zweck zusammen geschlossen. Der Bogen der Einzelprojekte spannt sich von der Anbringung mehrerer Würdigungstafeln im öffentlichen Raum über geführte Spaziergänge zu historisch bedeutsamen Orten der Frauengeschichte bis zur Eröffnung eines Restaurants, in dem nach Rezepten der berühmten Kochbuchautorin Katharina Prato gekocht wird.

Movement of Women

Eröffnet werden die Projekte, die unter dem Sammeltitel "Woment" (eine Zusammenfügung von "Woman" und "Movement") firmieren, am Internationalen Frauentag, dem 8. März. "Das Projekt ist das erste feministische Projekt in der Geschichte der Kulturhauptstädte überhaupt", so Koordinatorin Bettina Behr. Sie hofft, dass damit "ein Beginn der Würdigung von Frauen gestartet wird, der beispielhaft für andere Städte wirkt."

Auf Leistungen der Frauen verweisen

Um der Unsichtbarkeit der Geschichte von Frauen im Grazer Stadtraum entgegen zu wirken, werden beispielsweise an 23 Orten in Graz Hinweistafeln installiert, die die Leistungen von Frauen in der steirischen Landeshauptstadt würdigen. Die ersten von der steirischen Künstlerin Sabina Hörtner gestalteten bunten Tafeln wurden bereits an frauenhistorisch relevanten Plätzen montiert.

Bedeutende Frauen und FrauenSpaziergänge

So wird u.a. auf die erste weibliche Abgeordnete im steirischen Landtag, Martha Tausk, den ersten österreichischen Frauenradfahrverein, die steirische Widerstandskämpferin Maria Cäsar, die Fotografin Inge Morath, die Schauspielerin Marisa Mell oder die gerade erst 35-jährige Komponistin Olga Neuwirth aufmerksam gemacht. "Wir haben einen Anfang gemacht. Ob die Liste der Würdigungstafeln erweitert wird, liegt auch in den Händen der Stadt Graz", so Behr. In einer Serie von geführten "FrauenStadtSpaziergängen" - übrigens die ersten dieser Art in Österreich - können Interessierte tiefer in die aus der weiblichen Perspektive gesehene Geschichte der Stadt eintauchen.

Weibesfülle und Widerwille

Das Projekt "Frauenwege" der Katholischen Frauenbewegung erforscht und vermittelt gleichzeitig interreligiöse und konfessionelle Frauengeschichte. In "Weibesfülle und Widerwille" erarbeiten Schauspielerinnen im Auftrag des Frauengesundheitszentrums interaktive Theaterstücke, die auf öffentlichen Plätzen aufgeführt werden sollen. Lustvoll leiblich geht es im "Restaurant à la Katharina Prato" in der Sackstraße zu. Dort wird ab dem 8. März täglich ein Menü nach den Rezepten der berühmten Grazer Kochbuchautorin (1818-1897) - und Mutter der Formulierung "man nehme ...." - gekocht. (APA)

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