US-Richter neuer Präsident des Haager UN-Tribunals

28. Februar 2003, 11:34
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Theodor Merton folgt Claude Jorda

Den Haag - Der amerikanische Richter Theodor Merton (72) ist zum neuen Präsidenten des UNO-Tribunals zur Verfolgung von Straftaten im früheren Jugoslawien (ICTY) gewählt worden. Von den Richtern des Tribunals wurde er mit Mehrheit gewählt, teilte das Tribunal am Freitag mit. Merton löst den französischen Richter Claude Jorda ab, der vier Jahre lang Präsident war und jetzt ins Richterkollegium des neuen Internationalen Strafgerichtshofs (ICC), ebenfalls in Den Haag, gewählt wurde.

Merton gehört dem Tribunal seit März 2001 an. Dort ist er Mitglied der gemeinsamen Berufungskammer für das Jugoslawientribunal und für das Tribunal zur Verfolgung von Straftaten in Ruanda (ICTR). Seit Gründung des Jugoslawientribunals (1993) ist er der vierte Präsident.

Die Richter am neuen Strafgerichtshof (ICC) werden am 11. März in Den Haag feierlich vereidigt. Zu ihnen gehört auch der für drei Jahre gewählte deutsche Richter Hans-Peter Kaul. Bisher sind 89 Staaten dem Gründungsstatut für den Gerichtshof beigetreten, das künftig für Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in aller Welt zuständig ist. Zu den prominentesten Gegnern dieser Rechtsinstanz gehören die USA. Sie wollen verhindern, dass amerikanische Soldaten von diesem internationalen Gremium zur Rechenschaft gezogen werden können. (APA/dpa)

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    Chefanklägering Carla Del Ponte (li) im Gespräch mit dem abgelösten Präsidenten des Haager Tribunals, Claude Jorda (re).

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