Schwangerschaft - lang und kurz

28. Februar 2003, 11:20
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Studien: Vatergene mitverantwortlich bei übermäßig langer - Progesteron gegen Frühgeburten

London/San Francisco - Die Gene des Vaters können das Risiko einer übermäßig langen Schwangerschaft um 30 Prozent erhöhen. Diese Entdeckung machten Forscher der Universität von Aarhus in Dänemark bei der Analyse von späten Geburten. Das Team unter der Leitung von Annette Wind Olesen ist das erste, das die Rolle der väterlichen Gene bei langdauernden Schwangerschaften, die sie als länger als 42 Wochen definierten, unter die Lupe nimmt.

Die Wissenschaftler gingen ursprünglich davon aus, dass Umweltfaktoren eine Schwangerschaft verlängern. Sie untersuchten 22.000 Frauen, die eine lange erste Schwangerschaft hatten und ihr zweites Kind zwischen 1980 und 1994 zur Welt brachten. Als Kontrollgruppe dienten 7.000 Mütter mit zwei oder mehreren Kindern. Das Ergebnis erstaunte das dänische Forscherteam. Hatten Frauen eine lange erste Schwangerschaft, war das Risiko einer zweiten langen Schwangerschaft deutlich geringer, wenn die Mutter inzwischen den Partner tauschte. "Dies zeigt, dass die väterlichen Gene zum Teil den Zeitpunkt der Geburt des Kindes bestimmen", so Wind-Olesen.

Mitunter Evolutionsvorteil

Das Risiko einer zweiten langen Schwangerschaft lag bei 19,9 Prozent, berichtet die Fachzeitschrift New Scientist. Dauerte die erste Schwangerschaft "normale" 37 bis 41 Wochen, betrug das Risiko einer zweiten langen Schwangerschaft lediglich 7,7 Prozent. Wechselten allerdings Mütter mit einer ersten langen Schwangerschaft den Partner, senkte sich das Risiko einer zweiten langen Schwangerschaft von 19,9 Prozent auf 15,4 Prozent. Der nächste Schritt in der Forschung könnte sein, nach den involvierten Genen zu suchen. Mitunter bringt die Fähigkeit des Vaters, die Länge der Schwangerschaft zu beeinflussen, einen Evolutionsvorteil.

Progesteron gegen Frühgeburten

Bei Risikoschwangerschaften hat die Behandlung mit dem Hormon Progesteron in einer US-Studie Frühgeburten weitgehend verhindern können. Die Forscher um Paul Meis von der Wake-Forest-Universität in North Carolina injizierten 306 Frauen, die bereits einmal zu früh geboren hatten und daher als besonders gefährdet galten, einmal wöchentlich Progesteron. Die Gefahr einer Frühgeburt wurde damit um 34 Prozent gesenkt.

Der Ansatz wurde nach Angaben Meis bereits in den sechziger und siebziger Jahren verfolgt, nun aber erstmals umfassend untersucht. Die Ergebnisse seien so eindeutig gewesen, dass die Studie sogar frühzeitig abgebrochen worden sei, erklärte Meis. (pte/APA/AP)

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