Wer den Cent nicht ehrt ...

28. Februar 2003, 09:57
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Konjunkturflaute und Sparmaßnahmen lassen Diskonter "hochleben" - Der Vormarsch der Billig-Anbieter zieht sich durch alle Branchen

Wien - Die schwache Konjunktur bringt Diskonter wirtschaftlich zur Blüte: In allen Branchen sieht sie das Wiener Beratungsunternehmen RegioPlan auf dem Vormarsch. Landesweit steigt die Zahl der Standorte seit Jahren an. "Immer mehr Haushalte sind gezwungen, mit ihrem verfügbaren Einkommen sparsamer umzugehen. Die Wohlstandsschere öffnet sich und bringt größere Zuwächse an ärmeren Bevölkerungsgruppen als Zuwächse bei reicheren Gruppen", erklärt RegioPlan, warum Betriebstypen wie Diskonter in Zeiten wie diesen "sehr erfolgreich" agieren.

Auch für 2003 rechnet RegioPlan mit weiteren Expansionsschritten der Diskonter - im Lebensmitteleinzelhandel vor allem durch Hofer, Lidl und Mondo (aber auch "Soft-Diskonter" wie Zielpunkt, "di piu" und Uni-Markt), im Bekleidungshandel durch Firmen wie Taco, KiK, TPS oder Adessa, weiters im Schuhhandel etwa durch TurboSchuh, im Möbelhandel durch Möbelix und im Elektrohandel beispielsweise durch BigBang.

Laut RegioPlan hat der Boom der Diskonter freilich auch seine Schattenseiten: "Durch den steigenden Diskonteranteil werden die Handelsspannen der anderen Mitbewerber zerstört." Denn die jeweiligen Marktteilnehmer müssten bei den neuen, von erfolgreichen Diskontern vorgegebenen Preisen mitziehen. "Langfristig bedeutet das ganz klar eine schlechtere Ertragssituation für alle Marktteilnehmer der Branche", so RegioPlan. Sinkende Erträge wiederum erschwerten das wirtschaftliche Überleben. "Die Wahl des Standorts wird daher als Entscheidungskriterium über wirtschaftlichen Erfolg oder Nicht-Erfolg eine noch wichtigere Rolle spielen als bisher", meint RegioPlan. (APA)

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    montage: derstandard.at
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