Bush: "Irak muss jetzt entwaffnet werden"

28. Februar 2003, 09:54
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US-Präsident bestätigt im "USA Today"-Interview Entschlossenheit - Stimmung in den USA für oder gegen Krieg labil

Washington - US-Präsident George W. Bush hat dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein erneut die Bereitschaft zum Abrüsten abgesprochen. In einem Interview der Zeitung "USA Today" vom Freitag erklärte Bush, Saddam müsse deshalb zum Abrüsten gezwungen werden. "Meine Haltung zu Saddam Hussein ist, wenn er überhaupt eine Absicht gehabt hätte, abzurüsten, dann würde er abgerüstet haben", sagte Bush. "Wir werden ihn jetzt entwaffnen."

"Lange und tief" nachgedacht

Die Entscheidung nun aufzuschieben bedeute größere Opfer in der Zukunft, betonte der Präsident. Zwar sei Krieg "die letzte Möglichkeit", doch glaube er daran, dass die Amerikaner Verständnis für einen möglichen Waffengang hätten. Er habe "lange und tief" darüber nachgedacht, welcher Preis für einen Krieg zu bezahlen sei, sagte Bush weiter.

"Wir sind noch immer ein Schlachtfeld", fuhr Bush fort, indem er darauf verwies, dass er Saddam für eine Bedrohung der Vereinigten Staaten von Amerika und der Welt halte. "Ein Teil dieses Krieges ist der Umgang mit einem Diktator, der als Arsenal und - oder - als Trainingsbasis für terroristische Netzwerke dienen kann", sagte Bush.

"Keine großen Gedanken" über UN-Resolution

Über die Abstimmung im Sicherheitsrat, dem die USA und Großbritannien eine neue Resolution zur Legitimierung eines Krieges vorgelegt haben, mache er sich keine großen Gedanken, meinte Bush. Dass überhaupt eine zweite Resolution im Rat vorgelegt worden sei, sei der "Verpflichtung gegenüber unseren Freunden und Alliierten" geschuldet. Aber unabhängig vom Ausgang der Debatte - entscheidend sei für ihn die Entwaffnung Saddams.

Die Stimmung in USA hinsichtlich eines möglichen Kriegs gegen den Irak ist derzeit offenbar leicht zu beeinflussen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Gallup-Instituts für den Sender CNN und die Zeitung "USA Today" andeutet. Sollte Saddam Hussein die Raketen wie von UNO-Chefinspektor Hans Blix gefordert zerstören, so würde die Unterstützung in den USA für eine Invasion auf rund 33 Prozent sinken, während 60 Prozent gegen einen Krieg wären. Wenn Irak die Raketen nicht zerstört, wären 71 Prozent der US-Bürger für einen Krieg und nur 22 Prozent dagegen. Insgesamt erklärten 59 Prozent der Befragten, sie seien für einen Krieg. Davon war sich aber die Hälfte nicht sicher, sondern erklärte, diese Meinung könne sich auch wieder ändern.(APA/Reuters/AP)

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