EU verhängt Sanktionen gegen Transnistrien-Führer

28. Februar 2003, 07:23
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17 Separatisten erhalten Einreiseverbot

Brüssel/Athen - Die Europäische Union hat gegen 17 führende Separatisten in der von Moldawien abtrünnigen Region Transnistrien ein Einreiseverbot verhängt. Die Sanktionen richten sich gegen den "Präsidenten" der international nicht anerkannten "Dnjestr-Republik", Igor Smirnow, seine beiden Söhne, sowie "Minister" seiner "Regierung" und weitere hohe Funktionäre, wie in der Nacht auf Freitag aus diplomatischen Quellen in Brüssel und Athen zu erfahren war. Die Administration in Tiraspol wird für das bisherige Scheitern aller Bemühungen um eine politische Lösung des Transnistrien-Konflikts verantwortlich gemacht.

Verhandlungen über ein Sonderstatut für das Gebiet am linken Dnjestr-Ufer mit mehrheitlich slawischer Bevölkerung innerhalb des moldawischen Staates (dessen Einwohner überwiegend ethnische Rumänen sind) sind seit Jahren festgefahren. Die "Dnjestr-Republik" umfasst Gebiete, die früher zur Ukraine gehört hatten und 1945 von Stalin mit der damals neu errichteten Sowjetrepublik Moldawien vereinigt worden waren. Diese war hauptsächlich aus Teilen des früher rumänischen Bessarabien gebildet worden, das sich die UdSSR zu Beginn des Zweiten Weltkrieges einverleibt hatte.

Beim Zerfall der Sowjetunion erklärte Moldawien seine Souveränität. Die russisch- und ukrainisch-sprachige Mehrheit in Transnistrien, die den Anschluss Moldawiens an Rumänien befürchtete, rief daraufhin einseitig die "Dnjestr-Republik" aus. Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten mit Hunderten von Toten waren 1992 durch einen Waffenstillstand beendet worden. Die ehemalige sowjetische 14. Armee hatte sich im Bürgerkrieg auf die Seite der Separatisten gestellt. (APA/AFP)

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