Ein rauschendes Fest

28. Februar 2003, 12:16
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Heftiges Gerangel um Pamela Anderson - Kid Rock schlug nur einmal kurz um sich und drohte einem Fotografen

Wien - Der 47. Opernball war geprägt von Extremen. Während das offizielle Programm mit einer Eröffnung die Wiener Balltradition hochleben ließ, wetteiferte die "Promi-Front" um das aufregendste Dekollete. Organisatorin Elisabeth Gürtler kann sich jedenfalls über einen gelungen Abend freuen, der der Staatsoper einmal mehr einen Einnahmenrekord beschert haben dürfte. Beim Publikum im restlos ausverkauften Haus kam die bunte Mischung aus Tradition und Glamour gut an, Kritik wurde nur selten laut.

45.000 kolumbianischen Rosen

Anstatt eines Mottos stand der Ball heuer ganz im Zeichen der Farbe Gelb. Bis hin zum Kleid der Organisatorin war das "Outfit" der Veranstaltung darauf ausgerichtet. Die 45.000 kolumbianischen Rosen, mit denen das Sangeshaus geschmückt war, stellten so manche Garderobe in den Schatten.

"Skandälchen"

Der Höhepunkt der Eröffnung war die "Tritsch Tratsch Polka", die von Kindern des Chores der Opernschule der Wiener Staatsoper gesungen wurde. Die Eleven und Elevinnen der Ballettschule tanzten dazu unter der Choreografie von Renato Zanella. Danach glänzte der offizielle Stargast des Abends, der Tenor, Komponist und Dirigent Jose Cura, mit der "Cancion a la Bandera" aus Aurora von Hector Panizza.

"Skandälchen"

Der Einzug des Eröffnungskomitees wurde dieses Mal von einem "Skandälchen" überschattet. Melanie-Antoinette de Massy de Monaco, eine Großnichte von Fürst Rainier, fand keinen Platz in der ersten Reihe und verweigerte daraufhin die Teilnahme. Dafür feierten Fiona Klausnitzer, Tochter von Rudolf Klausnitzer, und Celine Roschek, die amtierende Miss Austria, ihr gesellschaftliches Debüt. Thomas Schäfer-Elmayer gab zum ersten Mal mit dem berühmten Kommando "Alles Walzer" das Parkett für die Gäste zum Tanz frei. "Ich finde, es war ganz gut", meinte er nach seiner Premiere.

Anderson: "Ich bin wirklich in Panik"

Der Star des Abends war aber Pamela Anderson, die auf Einladung von Richard Lugner den Ball besuchte. Der Auftritt der "Baywatch"-Nixe, die eigentlich "wie Cinderella" die Veranstaltung besuchen wollte, blieb nicht ohne Zwischenfälle. Schon bei ihrer Ankunft vor der Oper war die Schauspielerin mit einer wahren Flut von Berichterstattern konfrontiert. Völlig verdutzt sah sich Pam mit einer Unmenge von Objektiven und Mikrofonen konfrontiert. Noch dazu wurde von einer Gruppe rund um ein Anderson-Double ein Transparent mit der Aufschrift "No war for oil" entrollt.

Kid Rock schlug nur einmal kurz um sich

Die Ordnungskräfte sorgten dafür, dass Pamela Anderson und der Rockstar Kid Rock unbeschadet die Oper betreten konnten. Der Verlobte von Anderson wusste sich aber auch selbst zu helfen, schlug kurz um sich und drohte einem Fotografen. Unschuldig zum "Handkuss" kam U4-Türsteher Conny de Beauclair. Er darf sich künftig rühmen, von Kid Rock einen Schlag auf den Kopf bekommen zu haben. Zu einem gröberen Zwischenfall kam es allerdings nicht.

Toilettennot

In der Oper war es nicht viel besser. Die Schauspielerin konnte die Loge nicht einmal verlassen, um auf die Toilette zu gehen, da sich sofort mehr als 20 Kamerateams auf sie stürzten und sie fast zu Boden rissen. "Ich bin wirklich in Panik", so Anderson.

Von der Eröffnung zeigte sich Anderson allerdings begeistert. "Es ist hier wirklich sehr schön", so die Schauspielerin. "Aber kaum gehe ich hinaus, wird von allen Seiten an mir gezerrt, ich halte das nicht aus", meinte die 35-Jährige. Um 1.30 rauschte die inoffizielle Ballkönigin samt ziemlich berauschtem Verlobten schließlich ab. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gerangel um Frau Anderson.

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