Deutsche WAZ-Gruppe setzt aus Spargründen auf Zentralredaktion

7. November 2008, 14:33
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Das neue Konzept soll für die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)", die "Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) und die "Westfälische Rundschau" (WR) gelten

Die überregionalen Teile der drei großen Zeitungstitel der deutschen WAZ-Gruppe in Nordrhein-Westfalen sollen künftig von einer gemeinsamen Redaktion produziert werden. Das neue Konzept soll für die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)", die "Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) und die "Westfälische Rundschau" (WR) gelten, wie aus einem Internet-Blog der Mediengruppe hervorgeht.

"Die Schaffung einer titelübergreifenden Mantelredaktion für NRZ, WAZ und WR bietet die Chance, unsere journalistische Qualität in Print und Online zu halten und auszubauen", heißt es in der Ankündigung. Bisher hat jede der vor allem an Rhein und Ruhr verbreiteten Zeitungen eine eigenständige Vollredaktion.

Kostenersparnis

WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach will 30 Mio. Euro am Personal und an Sachkosten bei den Zeitungen einsparen. Bis auf die WAZ schreiben sie Verlagskreisen zufolge so hohe Verluste wie nie. Vor allem das schrumpfende Anzeigengeschäft macht den Verlagen zu schaffen, aber auch sinkende Auflagen. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) schätzen Branchenkenner, dass das neue Konzept ein Viertel der 200 Redakteure in den Mantelredaktionen kosten könnte. Viele Medienhäuser setzen derzeit den Rotstift an.

Den Vorstellungen der Chefredakteure unter der Führung von WAZ-Chef Ulrich Reitz zufolge soll es einen zentralen Newsdesk für In- und Ausland, Wirtschaft, Sport, Kultur, Vermischtes und Fernsehen für die drei Titel mit jeweils einem Chef geben, die die bisherigen Ressorts ersetzen. Damit könnten die Zeitungen etwa zu Fußball-Spielen nur noch einen statt drei Reporter entsenden, auf dessen Bericht alle Zeitungen zugreifen können.

Eigenständiger Auftritt

Dennoch soll jeder der drei Titel seinen eigenständigen Auftritt behalten. Welche der vom Newsdesk angelieferten Inhalte in die Zeitung kommen, entscheiden deren Chefredakteure. Zur Gruppe gehört auch die "Westfalenpost" (WP). Sie erarbeite das "Sondermodell einer Heimatzeitung für Südwestfalen". Dazu zähle auch ein eigener überregionaler Teil.

Die WAZ-Mediengruppe ist in Österreich zu 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" und zu 49,4 Prozent am "Kurier" beteiligt. (APA/Reuters)

 

 

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