Burgenland: Unzureichende Information zum HPV-Virus

8. November 2008, 09:00
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Kritik von den Grünen wegen einseitiger Information zu Virus, der Gebärmutterhalskrebs verursachen soll - Informationen enthalten nur Angaben des Herstellers

Eisenstadt- Die Grünen im Burgenland kritisieren eine Werbekampagne in burgenländischen Medien zur Impfung gegen das Human Papilloma-Virus, der Gebärmutterhalskrebs verursachen soll. Die Informationen über die Impfung würden derzeit nur auf Angaben des Herstellers beruhen und sei deshalb einseitig, so Klubobfrau Grete Krojer bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Sie fordert eine objektive Information als Entscheidungshilfe.

Im Burgenland läuft derzeit eine Schulimpfaktion, die vom Land finanziell unterstützt wird. "Die Impfaktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, wo noch keine ausreichenden medizinischen Erkenntnisse vorliegen. Es ist nicht bekannt, wie lange der Impfschutz andauert, welche Nebenwirkungen bei zehn- bis 14-jährigen Mädchen auftauchen können. Getestet wurde der gentechnisch hergestellte Impfstoff an 16- bis 25-jährigen Frauen", stellte Krojer fest.

Trügerische Sicherheit

Viele würden sich durch die Impfung in einer trügerischen Sicherheit wiegen, dabei sei sie kein Ersatz für die Früherkennung. Die Grünen-Klubobfrau forderte deshalb eine Optimierung der Vorsorgemaßnahmen. Derzeit würden, je nach Altersgruppe, nur 30 bis 50 Prozent aller Frauen zur jährlichen Untersuchung gehen.

Im Burgenland erlitten 2006 17 Frauen eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung, fünf Frauen starben daran, so Sylvia Groth vom Frauengesundheitszentrum Graz. Sie betonte, dass etwa die Antibabypille oder das Rauchen das Risiko für eine Erkrankung erhöht. Das Frauengesundheitszentrum rät, sich über die Impfung ausreichend zu informieren, um auf dieser Basis dann eine Entscheidung zu treffen. (APA)

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    Grete Krojer: "Die Impfaktion erfolgt zu einem Zeitpunkt, wo noch keine ausreichenden medizinischen Erkenntnisse vorliegen"

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