70 Prozent der Dreijährigen werden außer Haus betreut

7. November 2008, 13:07
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Fünfjährige mit höchster Betreuungsquote von über 93 Prozent im Kindergarten - Bei Einjährigen nur 7,7 Prozent in Betreuung

Wien - Das verpflichtende Gratis-Kindergartenjahr für Kinder im letzten Jahr vor der Volksschule ist einer der Eckpunkte, auf die sich SPÖ und ÖVP bereits geeinigt haben. Mit 70 Millionen Euro werden die Kosten dafür beziffert; über die Detailausgestaltung dieses neuen Angebots war vorerst nichts zu erfahren. Die Betreuungsquote bei den Fünfjährigen ist mit 93,3 Prozent (2007) schon jetzt sehr hoch, zeigt ein Blick in die Statistik.

2007 besuchten laut Statistik Austria 233.656 Kinder im Alter von null bis fünf Jahren eine Krippe oder einen Kindergarten, 75.266 davon waren fünf Jahre alt. Nur 6,7 Prozent aller Kinder in diesem Alter besuchen keinen Kindergarten, was im Altersvergleich von null bis fünf Jahren die mit Abstand höchste Betreuungsquote ergibt.

Ein Wert, der sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigerte: 1995 hatte die Betreuungsquote bei den Fünfjährigen 86,3 Prozent betragen, 1999 lag sie erstmals knapp über 90 Prozent, der aktuell für das Jahr 2007 vorliegende Wert von 93,3 Prozent ist bisheriger "Rekord". Zum Vergleich: Bei den Vierjährigen liegt die Betreuungsquote bei 91,2 Prozent, bei den Dreijährigen bei 70,2 Prozent. Ganz anders das Verhältnis bei den Einjährigen, von denen 2007 nur 7,7 Prozent außer Haus betreut wurden.

Ganztags oder halbtags gratis?

SPÖ und ÖVP waren schon vor der Wahl grundsätzlich für ein verpflichtendes Kindergartenjahr eingetreten, allerdings mit unterschiedlichen Konzepten. Während die SPÖ ein "vorschulisches Bildungsjahr" will, dessen Halbtags-Besuch verpflichtend ist, das aber ganztags gratis sein soll, trat die ÖVP dafür ein, den Kindergartenbesuch im letzten Jahr vor Schuleintritt halbtags gratis und verpflichtend zu machen, der Nachmittag wäre diesem Modell zufolge kostenpflichtig.

Wer das bezahlen soll, war bisher strittig. Mit den ÖVP-Länderchefs hatte sich ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer im August auf ein Modell geeinigt, wonach der Bund 50 Prozent der anfallenden Kosten übernehmen würde. Ein Vorschlag der SPÖ sah vor, dass Gemeinden als Erhalter die Räumlichkeiten und Infrastruktur finanzieren sollten, Bund und Land die Kosten für Personal und pädagogische Angelegenheiten.

Gratis-Kindergärten, zumindest halbtags, gibt es derzeit schon in Niederösterreich und Kärnten. In der Steiermark wurde mit September der Gratis-Kindergarten für Drei- bis Sechsjährige eingeführt. (APA)

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