Lachen hilft COPD-Patienten

7. November 2008, 13:06
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Lungenüberblähung wird durch eine Art "Zwerchfellmassage" zumindest kurzfristig verringert - Zu heftiges Gelächter aber eher schädlich

Frankfurt/Main - Zumindest kurzfristig kann Lachen die bei schwerer chronischer Raucherbronchitis (COPD) entstehende Lungenüberblähung verringern. "Da es beim Lachvorgang über die Aktivierung verschiedener Muskeln zu einer Art Massage des Zwerchfells kommt, kann Lachen die Lungen von alter, verbrauchter Luft vorübergehend befreien", erklärt der Präsident der Mitteldeutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Wolfgang Schütte.

Kontraktionen des Zwerchfells helfen

Nach Angaben des Facharztes kommt es beim Lachen unter anderem zu schnell aufeinanderfolgenden Kontraktionen des Zwerchfells, die den Druck innerhalb des Brustkorbs erhöhen und so zu einer Kompression der unteren Atemwege und einem dort gesteigerten Luftausstoß führen. So könne sich sogar bei Patienten mit sehr schwerer COPD der Luftfluss aus den überdehnten Lungenbläschen verbessern, was ihre Atemnot verringere.

Lachen habe auch gerade für COPD-Patienten, von denen bis zu 60 Prozent unter einer Depression leiden, einen wichtigen psychischen Effekt, da es fröhlicher stimmt. Insofern könne der Erfolg einer Behandlung dadurch unterstützt werden, betont Schütte.

Zu viel ist nicht gut

Das Lachen dürfe allerdings nicht zu intensiv oder heftig werden: "Bei intensivem Gelächter wird nämlich wiederholt und tief nach Luft geschnappt, so dass sich die Aufnahme von Sauerstoff erhöht, der in Form von Kohlendioxid dann wieder abgeatmet werden muss." Bei COPD-Patienten, deren Ausatmung erschwert sei, könne das die Atemfrequenz auf Kosten der Zeit zum Ausatmen erhöhen und dadurch die dynamische Überblähung tatsächlich vorantreiben anstatt sie abzubauen.

Über COPD

Bei COPD sind die Atemwege der Patienten verengt - das Krankheitsbilder ist dadurch gekennzeichnet, dass der Luftstrom hauptsächlich beim Ausatmen behindert ist. Als Hauptursache für die Erkranung gilt das Rauchen, die Probleme beginnen mit Husten.  In Österreich sind rund eine Million Menschen in verschiedenen Stadien davon betroffen, schätzen Mediziner. Die Österreichische Gesellschaft für Pulmologie geht davon aus, dass mit 400.000 COPD-Patienten, die mit einer Dauermedikation zu versorgen sind, zu rechnen ist. (APA/AP/red)

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    Lachen soll Patienten mit Lungenerkrankung nicht nur psychisch sondern auch körperlich helfen

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