Microsoft trotzt Vista-Schelte

7. November 2008, 12:07
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Unternehmenssprecher Thomas Lutz: Microsoft startet in Kürze große Werbekampagne in Österreich - Im Mittelpunkt werden allerdings keine Produkte stehen

Der Softwarekonzern Microsoft wird kommende Woche eine neue Werbekampagne in Österreich starten. Das zentrale lautet "Windows für ein Leben voller Ideen – Leben ohne Grenzen", erklärt Unternehmenssprecher Thomas Lutz gegenüber derStandard.at. "Dabei werden nicht Produkte im Vordergrund stehen sondern vielmehr komplette Benutzer-Szenarien mit Windows Vista, Windows Live und Windows Mobile, welche wir über ein Webportal, Onlinewerbung sowie Retail-Aktivitäten vermitteln werden", so Lutz.

Kein Grund

In den USA startete Microsoft vor einigen Wochen eine rund 300 Millionen US-Dollar teure Kampagne zur Image-Aufwertung. Das aktuelle Betriebssystem Windows Vista hatte seit der Markteinführung für erhebliche Kritik gesorgt. Zu hohe Systemanforderungen und ein zu geringer Mehrwert gegenüber Windows XP gingen einerseits an den Kundenbedürfnissen der Durchschnittsanwender vorbei und boten andererseits keinen deutlichen Anreiz um umzusteigen. Mit dem kürzlich näher vorgestellten, vorraussichtlich erheblich besseren Windows 7 steht Konsumenten vorraussichtlich schon zu Weihnachten 2009 eine Grund mehr ins Haus, nicht auf den Vista-Zug aufzuspringen.

Aber

Ob sich die neue Millionen-Kampagne so tatsächlich auszahlt, kann Microsoft noch nicht versichern. "Dazu sind die Ergebnisse der US Kampagne abzuwarten", erläutert Lutz. Aus Sicht des Softwareherstellers solle man mit der Migration naturgemäß nicht auf Windows 7 warten, "denn mit Windows Vista erleichtert sich auch der Umstieg auf Windows 7". Ob die Endkunden und Unternehmen bereit sind dafür dann zweimal Lizenzgebühren zu zahlen, ist fraglich.

Geschäft

Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge hätten erst 10 Prozent der Unternehmenskunden das neue Windows ausgerollt. Wenn auch Microsoft darauf hinweist, dass Unternehmen "Windows Vista in vergleichbarem Maße einsetzen, wie Windows XP zum selben Zeitpunkt nach der Markteinführung". 

"Wir sehen die Entwicklung von Windows Vista sehr positiv, sowohl im Consumer Bereich als auch im Unternehmensbereich. Seit dem Launch konnten wir 180 Millionen Windows Vista Lizenzen an unsere Kunden liefern, alleine 40 Millionen davon im letzten Quartal", betont Lutz. Von den 180 Millionen Lizenzen sind die meisten allerdings über Komplett-PCs an Private ausgeliefert worden.

Abwarten   

Wie rasch die viele Kohle den Vista-Zug noch beschleunigen vermag, bevor Windows 7 einrollt, wird man wohl erst nach dem Weihnachtsgeschäft beziffern können. Klar ist aber eines: Microsoft stellt das oftmals gescholtene Windows Vista nicht mehr in den Mittelpunkt seiner Werbestrategie. "Dabei werden nicht Produkte im Vordergrund stehen sondern vielmehr komplette Benutzer-Szenarien". (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 7.11.2008)

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