Fatah Al-Islam bestreitet Verantwortung für Anschlag

11. November 2008, 08:08
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Syrisches TV zeigt angebliche Terroristengeständnisse zum Anschlag am 27. September

Beirut/Damaskus - Die arabische Terrorgruppe Fatah Al-Islam trägt nach eigenen Angaben keine Verantwortung für den jüngsten Terroranschlag in Syrien, bei dem am 27. September 17 Menschen getötet worden waren. "Wir bestreiten jegliche Beteiligung an der Explosion in Damaskus", hieß es in einer Erklärung im Namen der Gruppe, die am Montag per Fax bei Journalisten in Beirut einging. Das syrische Staatsfernsehen hatte am vergangenen Donnerstag die "Geständnisse" der mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags ausgestrahlt, die ausgesagt hatten, sie gehörten zu Fatah Al-Islam.

Diesen Aussagen zufolge soll ein Selbstmordattentäter aus Saudi-Arabien die Bombe gezündet haben. Mehrere Hintermänner und Geldgeber der Terroristen stammen nach Angaben der "geständigen Terroristen" ebenfalls aus Saudi-Arabien und aus dem Lager des libanesischen Politikers Saad Hariri. Sunniten-Führer Hariri erklärte am Montag, die "Geständnisse" seien nichts als Lügen.

Hariri macht das syrische Regime für die Ermordung seines Vaters, Ex-Regierungschef Rafik Hariri, im Februar 2005 verantwortlich. Die Beziehungen zwischen dem syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad und dem mit der Hariri-Familie befreundeten saudischen Herrscherhaus sind seit Jahren frostig.

Nach arabischen Medienberichten wurden in der nordlibanesischen Stadt Tripoli und in dem Palästinenserlager Bedawi im Libanon in den vergangenen vier Tagen fünf mutmaßliche Fatah-Al-Islam-Kämpfer festgenommen. Ob ein Zusammenhang zwischen den Festnahmen und der Veröffentlichung der "Geständnisse" in Syrien besteht, blieb unklar.

 

Etwas mitgenommen

Die "geständigen Terroristen", zu denen auch eine Frau gehörte, sahen zum Teil etwas mitgenommen aus. Einige von ihnen sprachen jedoch ruhig, detailliert und eloquent über ihre Kontakte zu anderen Extremisten. Sie sagten, sie hätten unter anderem Verbindung zu sunnitischen Extremisten im Norden des Libanon gehabt. Unter den Männern, die "aussagten", waren neben mehreren Syrern auch ein Jemenit, ein Iraker und zwei Palästinenser sowie eine Frau, die sich als Tochter des Anführers von Fatah al-Islam, Schakir al-Abbsi, ausgab. (APA/dpa)

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