Wissen: Depression nach Obamanie

6. November 2008, 18:29
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Erfunden hat das „Obama Comedown Syndrome" (OCS) der Kolumnist der New York Times, David Brooks

Als Symptome nennt er Zweifel, Mattigkeit und "suboptimalen Optimismus". Erfunden hat das „Obama Comedown Syndrome" (OCS) der Kolumnist der New York Times, David Brooks. Die Betroffenen, so Brooks spöttisch, würden zuvor Phasen von Obamanie und euphorische Hoffnungshöhenflüge durchlaufen haben. Dann kämen langsam die Zweifel und OCS.

Angesichts der „messianischen Heilsvorstellungen" an den neuen Präsidenten sind Enttäuschungen vorprogrammiert, sagen auch Psychologen. „Obama kann an den Erwartungen nur scheitern", so der Wiener Analytiker, Gerhard Burda. Die Identifikationen der Fans würde Abwehrmechanismen einschließen. Differenzen und Unbeeinflussbares würden ausgeblendet. Zu der Messias-Vorstellung kann auch die Angst gehören, dass er getötet wird.

Die Ekstase und die manischen Fantasien der Anhänger sind als eine Abwehr von Depression zu verstehen, die wiederum nach der Manie in dem „zirkulären Phänomen" vorprogrammiert ist. Dem Wunsch nach einem Messias gingen Endzeitvorstellungen voraus, so Burda. Nach der Ernüchterung könne es auch zu Aggressionen gegen das Ex-Idol kommen. Entscheidend sei, ob jemand das Unbewusste reflektieren kann. (awö, DER STANDARD, Printausgabe, 6.11.2008)

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