Euro schwankt heftig

6. November 2008, 18:04
1 Posting

Der Euro hat am Donnerstag bei ungewöhnlich starken Kursschwankungen seine Vortagesgewinne vollständig eingebüßt

Frankfurt - Noch am Mittwochnachmittag hatten schwache US-Konjunkturdaten den Euro bis auf 1,3116 US-Dollar getrieben. Am Donnerstag sackte die Gemeinschaftswährung ohne ersichtlichen Grund zeitweise bis auf 1,2744 Dollar ab. Bis zum späten Nachmittag erholte sich der Euro dann wieder etwas und kostete 1,2819 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2770 (Mittwoch: 1,2870) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7831 (0,7770) Euro.

"Am Devisenmarkt herrscht das Gesetz der Willkür", sagte Devisenexperte Uwe Janz vom Bankhaus M.M. Warburg & CO. Die konjunkturelle Unsicherheit übertrage sich immer mehr auf den Devisenmarkt. So erwarte der Internationale Währungsfonds (IWF) inzwischen eine globale Rezession. Die "extremen" Kursschwankungen sorgten bei Profi-Händlern für Zurückhaltung. Die Kursentwicklung sei "sehr, sehr sprunghaft" und erfolge ohne wirklichen fundamentalen Grund. Die wie erwartet ausgefallene Zinssenkung der EZB um 0,50 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent habe den Handel kaum beeinflusst. Selbst die unerwartet starke Leitzinssenkung der Bank of England um 1,50 Punkte auf 3,00 Prozent habe das Pfund nur kurzzeitig belastet.

Außergewöhnliche Zeiten, außergewöhnliches Handeln

"Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln", sagte DekaBank-Ökonom Karsten Junius. Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Vollbremsung dürfte die EZB die Leitzinsen auch in den kommenden Monaten weiter kräftig senken. Das wirtschaftliche Umfeld im Euroraum habe sich dramatisch eingetrübt, während die Inflationsgefahren zusehends nachließen. Die WestLB betont unterdessen, dass die Finanzpolitik in der aktuellen Krise noch stärker als die Geldpolitik gefordert sei. In einem Umfeld verschärfter Kreditbedingungen wirke eine expansive Geldpolitik nur eingeschränkt, argumentieren die Volkswirte der Landesbank.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80500 (0,80650) britische Pfund, 124,86 (127,40) japanische Yen und auf 1,4988 (1,5051) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 754,50 (753,75) Dollar gefixt. Der Kilobarren Gold kostete 18.510 (18.975) Euro. (APA)

 

Share if you care.