Kein Quäntchen Trost

6. November 2008, 17:55
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"Betroffenheitsjournalist" Christoph Feurstein moderierte die Österreich-Premiere des neuen James Bond - Bösewicht-Assistent Anatole Taubmann war Stargast

Wieso ausgerechnet ein "Betroffenheitsjournalist" wie Christoph Feurstein die Österreich-Premiere des neuen James Bond moderierte, fragte sich Mittwochabend so mancher der 1000 geladenen Gäste in der Wiener Millennium City. Und auch Feurstein selbst hatte sich Gedanken gemacht: "Vielleicht, weil ich als Spezialist für traumatisierte Menschen gelte."

Freilich: Österreich ist zu irrelevant, um Bond-Darsteller Daniel Craig selbst zur Landespremiere zu locken. So begnügte man sich mit dem Assistenten des Bösewichts, Anatole Taubmann. Doch auch der charmant seine Austro-Wurzeln strapazierende Schweizer konnte nicht darüber hinwegtrösten, dass der (laut Plot) traumatisierte Bond dieses Jahrtausends mit dem elitären Lebemann und dessen verspieltem Waffen- und Technikarsenal von einst nur mehr die Doppelnull teilt.

Einen Trauma- statt eines Bohèmespezialisten als Moderator zu wählen war da geradezu zwingend. So wie die Wahl des Premierenkinos: Denn der neue Bond verstrahlt exakt so viel Flair und Mondänität wie der Ort der Präsentation: ein Multiplex in einer Shoppingmall. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD - Printausgabe, 7. November 2008)

  • Nett, aber trostlos: Taubmann (li.) und Feurstein.
    foto: oreset schaller

    Nett, aber trostlos: Taubmann (li.) und Feurstein.

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