Blackstone tief in Verlustzone

6. November 2008, 17:02
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Die Verschärfung der Finanzkrise hat die US-Beteiligungsfirma Blackstone im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen

New York - Die Verschärfung der Finanzkrise hat die US-Beteiligungsfirma Blackstone im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Wegen der Kursverluste an den Weltbörsen musste der Finanzinvestor seine Anlagen teils deutlich niedriger bewerten. Den Verlust vor Steuern und Belastungen aus Aktienoptionen für Mitarbeiter bezifferte Blackstone am Donnerstag mit knapp 510 Mio. Dollar. Ein Jahr zuvor stand noch ein Gewinn von 229 Mio. Dollar in den Büchern.

Noch vor drei Wochen hatte Firmenchef Stephen Schwarzman eine Trendwende an den internationalen Finanzmärkten in Richtung Aufschwung prognostiziert. Mit Beteiligung der US-Regierung an heimischen Banken und vergleichbaren Hilfen anderer Staaten könne der Abwärtsstrudel der Finanzkrise gestoppt werden.

Nun meinte Schwarzman, "wir operieren in einem herausfordernden und volatilen Umfeld". Sollten sich die Marktbedingungen nicht verbessern, drohe eine deutliche Kürzung der Quartalsdividende. Der Vorstand schloss auch einen kompletten Verzicht auf die Ausschüttung nicht aus, die sich derzeit auf 30 Cent pro Aktie beläuft. Die Blackstone-Aktien reagierten mit Kursabschlägen von mehr als zehn Prozent auf die überraschend schwachen Zahlen und den Ausblick.

Blackstone leidet wie andere Finanzinvestoren darunter, dass die Banken seit Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als einem Jahr kaum mehr Kredite für große Milliardenübernahmen bereitstellen. Dadurch können die Beteiligungsfirmen keine renditeträchtigen Mega-Deals mehr stemmen und müssen zudem grundsätzlich tiefer in die Tasche greifen. Die Private-Equity-Häuser suchen daher verstärkt nach alternativen Investments, die billiger zu haben sind und stabile Einnahmen versprechen. Dabei sind auch Minderheitsbeteiligungen kein Tabu mehr. Blackstone ist in Deutschland unter anderem an der Deutschen Telekom beteiligt und gehört zu den weltweit größten Finanzinvestoren. (APA)

 

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