Notpaket für Ungarns Banken

6. November 2008, 16:54
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Ungarns Regierung hat ein Notpaket für die angeschlagenen Banken angekündigt, der Staat stellt 2,3 Milliarden Euro für angeschlagene Kreditinstitute bereit

Ungarns Regierung hat am Donnerstag ein Notpaket für die durch die globale Finanzkrise angeschlagenen Banken angekündigt. Insgesamt 600 Milliarden Forint (2,3 Mrd. Euro) würden dafür bereitgestellt, erklärte der Gouverneur der Ungarischen Nationalbank, András Simor.
Das Geld dafür entnimmt Ungarn jenem Mega-Kreditrahmen, den der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union letzte Woche Ungarn zugesagt hatten. Das 20-Milliarden-Paket hatte allein schon kraft seiner Ankündigung die von der Finanzkrise schwer getroffene Wirtschaft des Landes vor dem Kollaps bewahrt.
Die Hälfte des Bankenpakets stehe für Kapitalaufstockungen zur Verfügung, aus der anderen Hälfte werde ein Garantiefonds gebildet, führte Simor aus. Auf den Garantiefonds können jene Institute zurückgreifen, die bereits das Angebot für die Kapitalaufstockung genutzt haben. Der ungarische Staat werde Anteile im Verhältnis des zugeschossenen Kapitals erwerben. "Das Paket ist notwendig, damit die ungarischen Banken keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den europäischen Instituten erfahren" , meinte Simor.
Auch andere europäische Staaten greifen ihren Banken jetzt unter die Arme. Doch abgesehen vom Marktleader OTP befinden sich die ungarischen Banken praktisch alle in ausländischem Besitz. Österreichs Erste Bank, Volksbank und Raiffeisen sind in Ungarn ebenso aktiv wie die italienische UniCredit oder deutsche Bankhäuser. Für sie ist die Ankündigung des Stützungspakets zweifelsohne eine gute Nachricht. (Gregor Mayer aus Budapest, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.11.2008)

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