Medwedew warnt nach Anschlag im Kaukasus vor weiterer Terrorgefahr

7. November 2008, 16:41
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Zwölf Tote bei Selbstmordattentat in Nordossetien - Kleinbus in die Luft gesprengt

St. Petersburg - Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat nach dem Bombenanschlag im Nordkaukasus mit zwölf Toten vor weiterem Terror im Land gewarnt. "Das Ereignis hat gezeigt, dass die Terrorgefahr anhält. Es gibt keinen Anlass zur Beruhigung", sagte der Kremlchef am Freitag in St. Petersburg auf einer Beratung zu Sicherheitsproblemen im Land. Die Ermittler sollten den vermutlich von einer Selbstmord-Attentäterin verübten Anschlag auf einen Bus in der Teilrepublik Nordossetien vom Donnerstag so schnell wie möglich aufklären, forderte der Kremlchef nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Die Behörden hatten zunächst von elf Toten gesprochen. Ein weiteres Anschlagsopfer starb im Krankenhaus. Insgesamt 41 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern sind überwiegend Studenten, die an einer Haltestelle warteten, als sich - nach ersten Erkenntnissen - eine Frau unter ihnen in die Luft sprengte.

Der Anschlag habe offensichtlich das Ziel, die Lage in der Region zu destabilisieren, sagte Alexander Bastrykin, Chefermittler der Generalstaatsanwaltschaft. Möglicherweise sei beabsichtigt, alte Konflikte zwischen den überwiegend christlichen Osseten und den muslimischen Nachbarn aus der Teilrepublik Inguschetien wieder aufbrechen zu lassen. Vor vier Jahren hatten islamistische Terroristen in der nordossetischen Stadt Beslan eine Schule in ihre Gewalt gebracht. Bei dem dreitägigen Geiseldrama kamen mehr als 330 Menschen ums Leben.

Die Ermittler wiesen Spekulationen zurück, wonach der georgische Geheimdienst hinter dem jüngsten Bombenanschlag stehen könnte. Für eine solche Vermutung gebe es bisher keine Hinweise, sagte Bastrykin. Nordossetien grenzt an die von Tiflis abtrünnige Region Südossetien, um die Russland und Georgien im August Krieg geführt hatten. (APA/dpa)

 

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