Auftragseinbruch für die deutsche Industrie

6. November 2008, 12:53
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Die Aufträge sind im September so stark weggebrochen wie noch nie seit der Wieder­­vereinigung, damit setzt sich der Ende 2007 begonnene Abwärtstrend fort

Berlin - Der deutschen Industrie sind die Aufträge im September so stark weggebrochen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Bestellungen fielen preis- und saisonbereinigt um acht Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das deutsche Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. "Das ist der größte Rückgang seit Einführung der Statistik 1991", sagte eine Ministeriumssprecherin. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit minus zwei Prozent gerechnet.

Damit setzte sich der im Dezember 2007 begonnene Abwärtstrend fort, der nur im August von einem Auftragsplus von 3,5 Prozent unterbrochen wurde. "Insofern bleiben die Aussichten für die Industrieproduktion in den kommenden Monaten stark eingetrübt", schrieb das Ministerium. Es wies darauf hin, dass der Rückgang auch deshalb so stark ausfiel, weil das Auftragsvolumen im August "durch Großaufträge und Ferientageeffekte überhöht war". Im stabileren Zwei-Monats-Vergleich August/September zu Juni/Juli sanken die Aufträge um 1,4 Prozent. Das Volumen lag damit um fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Bestellungen nahmen im September sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland ab. Das Deutschland-Geschäft schrumpfte um 4,3 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland gingen um 11,4 Prozent zurück. Während die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 8,5 Prozent nachgab, brach sie im Rest der Welt um 13,3 Prozent ein.

Alle großen Industriebranchen meldeten ein Minus. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Produzenten von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern mit elf Prozent. Bei den Herstellern von Konsumgütern sank das Ordervolumen um 1,5 Prozent, bei den Produzenten von Vorleistungsgütern um 5,4 Prozent.

Der Auftragseingang ist neben der Produktion der wichtigste realwirtschaftliche Konjunkturindikator. (APA)

 

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    Die Bestellungen nahmen im September sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland ab.

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