Mode schauen einmal anders

6. November 2008, 10:43
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Gegen Sexualisierung und Infantilisierung in der Damenmode sowie Ausbeutung der Natur und Arbeitskräfte in der Bekleidungsindustrie: Veranstaltung zeigt Alternativen

In der Damenmode beschleunigt sich der Prozess der Sexualisierung. Durch Kleidung werden saisonal unterschiedliche weibliche Körperteile, wie Busen, Beine oder Bauch als "sexy - hotspots" konstruiert. Im Gegensatz zur Herrenmode ist bei der Damenmode auch eine Infantilisierung mit verniedlichenden Applikationen oder verzierenden Mustern zu beobachten.

Strukturelle Probleme

Trotz oder wegen einer fortschreitenden Emanzipation laufen Frauen dadurch Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. "Heute hat sich hinsichtlich der Kleidung der Graben zwischen den historischen Ständen und den sozialen Klassen nahezu geschlossen, während die Kluft der Bekleidungsvorschriften für Männer und Frauen deutlich größer geworden ist", erklärt Isabella Meier vom DOKU GRAZ. Darüber hinaus sind die Arbeitsbedingungen jener Bekleidungsindustrie, die Massenmode ermöglicht, größtenteils gekennzeichnet von Rechtlosigkeit der ArbeiterInnen. In diesen Produktionsstätten arbeiten mehrheitlich Frauen und Kinder. Hinzukommen die ökologischen Konsequenzen, die diese Bekleidungsindustrie mit verursacht. Zwischen globalen Modehandelsketten schwindet die eigene Kreativität, aber wächst der Müllberg der Wegwerfgesellschaft.

Diskussion und Defileeextraordinär mit unüblichen Models

Und deshalb lädt das Projektzentrum und das Frauengesundheitszentrum - die in ihrer gemeinsamen  Reihe "Baustelle Körper" die gängigen Schönheitsideale hinterfragen - ins Volkshaus zu einem Gespräch über Mode zwischen Kunst und Kommerz, Verhüllung und Entblößung, Statussymbol und Billigproduktion, Gruppenzwang und Selbstdarstellung. Danach gibt es ein von Pia Hierzegger vom Theater im Bahnhof konzipiertes "Defileeextraordinär", wo Heidenspass und Perviva-Naturtextilien Mode und Taschen präsentieren. Am Laufsteg: Mädchen, die sonst an der Nähmaschine sitzen, Autorin Sophie Reyer und die steirischen Politikerinnen Eva Maria Fluch und Claudia Klimt-Weithaler. (red)

 

Termin

"Mode schauen einmal anders" am Freitag, 14. November um 19 Uhr, Lagergasse 98a (Volkshaus)

Links

DOKU GRAZ Frauendokumentations – und Projektzentrum, Radetzkystraße 18/Nelkengasse 5, 8010 Graz

Frauengesundheitszentrum Graz, Joanneumring 3, 8010 Graz

Heidenspass, Verein Fensterplatz, Stockergasse 10, 8020 Graz

Perviva-Naturtextilien, Grabenstraße 14, 8010 Graz

  • In Graz wird über Mode zwischen Kunst und
Kommerz, Verhüllung und Entblößung, Statussymbol und Billigproduktion, Gruppenzwang
und Selbstdarstellung diskutiert.
    foto: doku graz
    Foto: Doku Graz

    In Graz wird über Mode zwischen Kunst und Kommerz, Verhüllung und Entblößung, Statussymbol und Billigproduktion, Gruppenzwang und Selbstdarstellung diskutiert.

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