Kalifornien: Klage gegen Referendum über gleichgeschlechtliche Ehen

6. November 2008, 07:14
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Oberster Gerichtshof soll Volksabstimmung für ungültig erklären - Klage eingereicht

San Francisco - Befürworter der gleichgeschlechtliche Ehen haben unmittelbar nach ihrer Niederlage bei einem gleichzeitig mit den Wahlen in Kalifornien abgehaltenen Referendum Klage eingereicht. Am Mittwoch beantragten Homosexuellenverbände, die Bürgerrechtsbewegung ACLU und die Städte San Francisco und Los Angeles beim Obersten Gerichtshof des Westküstenstaates, dass das Wahlreferendum "Proposition 8" für ungültig erklärt werde.

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen am Mittwochnachmittag haben sich rund 52 Prozent der Wähler für diese Initiative ausgesprochen. Danach soll nun in der kalifornischen Verfassung festgeschrieben werden, dass eine Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau zu definieren ist.

Mehr als als 16.000 Paare verheiratet

Vor einem halben Jahr hatte der Oberste Gerichtshof Kaliforniens grünes Licht für die Trauung von Lesben und Schwulen gegeben, mehr als als 16.000 Paare heirateten seitdem. Befürworter und Gegner der Homo-Ehe lieferten sich in den letzten Monaten einen über 70 Millionen Dollar teuren Kampf um Wählerstimmen. Unklar war zunächst, ob die bereits geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen nun durch den Verfassungszusatz ihre Gültigkeit verlieren.

Auch in Florida und Arizona hatten die Befürworter der gleichgeschlechtliche Ehen eine Niederlage einstecken müssen. Dort sprachen sich die Wähler für einen ähnlichen Verfassungszusatz aus, der nur Ehen zwischen einem Mann und einer Frau billigt. In beiden Staaten ist die Trauung von Lesben und Schwulen verboten. Ein Verfassungszusatz soll diese Position noch stärken. Kalifornien ist nach Massachusetts der zweite Bundesstaat, der die Homo-Ehe erlaubt hatte. Mitte Oktober gab auch der Gerichtshof in Connecticut grünes Licht für die Trauung von Schwulen und Lesben. (APAdpa)

 

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