Himmlische Experimentierhöhen

5. November 2008, 22:30
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Music Unlimited Festival in Wels am Wochenende

Das Music Unlimited Festival in Wels ist von Kopf bis Fuß auf Experimente eingestellt. Auch wenn die Zehen manchmal im Randgebiet zum Populären graben dürfen, das man hier aber auf ganz eigenen Wegen erkundet. MusikerInnen aus fünf Erdteilen gastieren heuer an den vier Konzertorten, mit dem abendlichen Zentrum Schl8hof.

Weltmusik könnte man auch als kleinen Schwerpunkt inmitten der 17 Konzerte von über 70 Beteiligten ausmachen. Neben dem Schweizer Orchester Root Down rund um Tommy Meier, Co Streiff und Irène Schweizer, das Impro und Ethno kongenial zu verbinden weiß, gastiert etwa auch die ägyptische Saxofon-Legende Getatchew Mekuria, der für den auf Kriegsgesängen basierenden "Shellele" -Musikstil berühmt wurde.

Außerdem zu Gast: Roy Campbell jr. und William Parker, die sich im Quartett mit einem Tribute für Albert Ayler einstellen, oder - so viel zu anders populär - die tschechische A-capella-Frauschaft Kackala, mit Sinnstiftendem im Cowgirlgewand.

In himmlischen Experimentierhöhen bewegt sich Paul Dunmall mit seiner Formation High Birds. Für die gebrochenen Töne hingegen sorgt das Trio Fire Room, zu dem Paal Nilssen-Love, Lasse Marhaug und Ken Vandermark gehören. Letzterer partizipiert auch am vielversprechenden heimischen Beitrag, dem von Christof Kurzmann ins Leben gerufenen Projekt El infierno musical, das sich auf das Werk der argentinischen Schriftstellerin Alejandra Pizarnik beruft. (wos / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.11.2008)

 

Wels, Alter Schl8hof, (07242) 67 28 4, 7.–9. 11.

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